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Ein Jahr Windows Vista - Ein Praxisbericht

Einrichtung

Microsoft hat das angestaubte Installationsprozedere der Vorgängerversionen überarbeitet. Für die Installation kommt ein windows-ähnliches Preboot Environment (PE) zum Einsatz, das das auf die DVD gepackte Betriebssystemimage auf die Festplatte bringt. Dabei enthält das Image die gesamte Grundstruktur der Windowsinstallation, die auf die Festplatte kopiert und entpackt wird. Der Vorteil dieser Lösung ist, dass es ein einheitliches Installationsimage für alle Vista-Versionen gibt. Lediglich der Produkt-Key entscheidet darüber, welche Version installiert wird. Dabei läßt sich Windows Vista 30 Tage (und bei Benutzung eines Kommandozeilenbefehls sogar bis zu 120 Tage) ohne Eingabe eines Produktschlüssels verwenden, was aufgrund der sonst nötigen baldigen Aktivierung gerade im Test-Umfeld in der Redaktion von Vorteil war.

Erfreulicherweise fiel mit dem Preboot Environment auch die Notwendigkeit der F6-Treiberdiskette für die Einbindung von Festplattencontrollern bei der Installation weg. Windows Vista enthält einen generischen AHCI-Treiber, der mit vielen Chipsatz-Controllern zusammenarbeiten kann. Unsere Erfahrung zeigte, dass dies aber nicht immer funktioniert. Einen im AHCI-Modus betriebenen Serial-ATA Controller der eigentlich schon älteren AMD SB600 Southbridge erkannte Vista nicht aus dem Stand. Hier macht sich aber positiv bemerkbar, dass das PE schon ein Basis-Treiberset lädt. Der notwendige Storage-Treiber läßt sich somit nun neben der altgewohnten Diskette auch von USB-Stick oder CD laden. Damit könnte das Ende der 3,5"-Floppy nun doch in absehbarer Zeit kommen - manche Mainboards bieten konsequenterweise auch schon keinen Anschluß mehr, bei Notebooks ist schon seit Jahren kein Diskettenlaufwerk mehr enthalten.

Vista Praxis

Neben der Neuinstallation bietet sich ja auch immer der vermeintlich arbeitssparende Weg des Updates an. Die Vorteile dafür klingen oftmals verlockend, spart man sich doch die Neuinstallation aller Applikationen usw. Um sicher zu gehen, ob der Zielrechner mit Vista auch klarkommt, bietet Microsoft einen Upgrade Advisor, der zumindest grundlegende Informationen zur Unterstützung der Hardware gibt. Wählt man die Upgrade-Installation, profitiert das Prozedere ebenfalls von der Image-Herangehensweise des PE. Windows Vista stellt sich erst einmal neben das bestehende Windows und holt sich alle Bestandsdaten aus der alten Installation, inklusive installierter Programme. So wird ein Versionsmix aus altem und neuem Windows zumindest reduziert. Sollte bei der Installation etwas schief gehen, kehrt das PE nach einem Neustart wieder zur alten Installation zurück und löscht einfach das temporär angelegte Verzeichnis mit dem neuen Windows.

In der Praxis erlebten wir dieses Prozedere beim Versuch ein älteres System mit Intel 875P-Chipsatz und darauf eingerichtetem RAID0 auf Vista zu aktualisieren - mit dem ICH5-RAID konnte Vista nichts anfangen, stellte das vorherige Windows XP aber tadellos wieder her. Im Erfolgsfall hat man nach einer erfolgreichen Installation etwa 6 GB (zusätzlichen) Festplattenplatz belegt. Zum Vergleich: Windows XP gab sich noch mit rund einem Viertel davon zufrieden - und der Platzbedarf von Betriebssystemen wächst ja bekanntlich organisch mit der Zeit.



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