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Hauppauge Win-TV HVR4000

Digital Video Broadcasting - Fortsetzung

Die meisten Kanäle im Kabel sind QAM64 moduliert, analog zu DVB-S2 werden mehr und mehr Kanäle mit der höherwertigen QAM 256 Modulation geschaltet, damit haben bei DVB-C üblicherweise acht bis zehn Programme auf einem Kanal Platz, oftmals wird so ein kompletter DVB-S Transponder abgebildet. Herkömmliche DVB-C Tuner verstehen beide Modulationen.

DVB-S wird auf den gängigen Satellitenpositionen sowohl im sog. Low- als auch im High-Band ausgestrahlt. Diese erstrecken sich auf den Frequenzbereich von 10,7 bis 12,7 GHz. Ältere Empfangshardware, die nur die im Low-Band ausgestrahlten analogen Programme empfangen kann, muss bei einem Umstieg auf digitalen Empfang ausgetauscht werden. Dies betrifft in erster Linie die sog. Low Noise Blocks (LNBs), die in der Mitte der Metallschüsseln positioniert sind, aber auch ggf. installierte Multischalter, mit denen die Signale eines LNBs auf mehrere Empfangsgeräte verteilt werden sind zu tauschen. Bei einer Neuinstallation sollte man dagegen sowieso auf die sog. Universal-LNBs setzen, doch diese stellen heute den Standard selbst in der Baumarkt-Klasse dar. Das Frequenzband ist zur effizienteren Nutzung doppelt belegt, die Belegungen unterscheiden sich in der Polarisierung, also der Vorzugsschwingrichtung der Signale, horizontal oder vertikal, so dass es effektiv vier Schaltzustände für ein LNB gibt.

DVB-S nutzt eine QPSK-Modulation, die für die lange Übertragungsstrecke zusammen mit den enthaltenen Fehlerkorrekturbits ein ausreichend robustes Signal bietet. Damit entspricht ein typischerweise 40 MHz breiter Transponder von der Datenrate genau einem 8 MHz breiten Kabel-Kanal. Die seit Ende 2005 im Einsatz befindliche Weiterentwicklung kann einem Transponder durch die höherwertige 8PSK, 16PSK oder 32PSK Modulation und dafür modifizierter Fehlerkorrekturmechanismen rund 30% mehr Bandbreite abgewinnen. Allerdings sind dafür neue Tuner notwendig, so dass es dafür derzeit nur eine überschaubare Anzahl an Geräten gibt.

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Quelle: http://www.belsat.ch/HDTV/DVB-S2/DVB-S2.htm

Die Bilddaten werden üblicherweise mit dem altbekannten MPEG2-Codec komprimiert, Audio im MPEG1/Layer2 und zusätzlich häufig in AC3. Die seit einiger Zeit ausgestrahlten HDTV-Programme werden dagegen meist in H. 264, auch bekannt als AVC oder MPEG4/Part 10, komprimiert und über Satellit auf einem DVB-S2 modulierten, im Kabel auf einem 256-QAM modulierten, Transponder ausgestrahlt. Für die Ausstrahlung werden die Bild- und Tonspuren zusammen mit weiteren Spuren, z.B. für Videotext oder Untertitel, in einen sog. Transport Stream verpackt, in dem die Zeit-Synchronisierung der unterschiedlichen Spuren sichergestellt wird. Prinzipiell sind Bildkomprimierungsformat und verwendete Modulation aber unabhängig, so dass H. 264 und DVB-S2 nicht zwangsläufig gleichzeitig genutzt werden müssen, allerdings sind auch für H. 264 neue Endgeräte erforderlich, so dass diese meist beide Neuerungen verstehen.

Besser dran sind Nutzer von PC TV-Karten, bei denen die Bilddekompression ohnehin vom System erledigt wird und somit speziell im Kabel keinen neuen Karten benötigen, um z.B. HDTV (sofern eingespeist) schauen zu können. Für Satellitenempfang ist aber auch hier wegen DVB-S2 eine neue Karte fällig. H. 264-codierte HDTV-Inhalte stellen beim Empfang hohe Anforderungen an die Hardware, so ist es empfehlenswert einen PC mit Dual-Core Prozessor zu nutzen sowie die unterstützenden Funktionen aktueller Grafikkarten zu benutzen, die mit den meisten H. 264-Codec-Paketen, z.B. von Cyberlink, NVIDIA oder Nero genutzt werden. Dabei unterstützt die Grafikkarte den Prozessor lediglich bei der Bilddarstellung, nicht vollständig bei der Bilddekompression, dies wird erst mit der nächsten Generation an Grafikkarten kommen. AMD hat dies beispielsweise für die 2008 kommenden Mobil-Chipsätze angekündigt

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Zug um Zug ersetzt es die früher übliche analoge Ausstrahlung von TV-Programmen, da sich auf einem einzelnen Kanal bzw. Transponder so mehrere Sender ausstrahlen lassen, wo vorher nur ein einzelnes analoges Programm Platz fand. Während im Kabel das analoge TV-Signal nach wie vor die höchste Relevanz genießt und somit auch alle TV- und Radiogeräte noch für ihren Empfang ausgelegt sind, verliert die analoge Ausstrahlung über Satelliten zunehmend an Bedeutung, beim Empfang über die Hausantenne ist das analoge Signal bereits flächendeckend durch DVB-T ersetzt oder mit klar definierten Enddaten versehen. Der Markt für analoge Sat-Empfangstechnik ist quasi Geschichte, die TV-Anstalten halten an der analogen Ausstrahlung auch nur noch aufgrund der großen Anzahl bereits installierter Anlagen fest, da derartige Anlagen zumeist nicht das volle Frequenzband abdecken können – doch dazu später mehr.

Mit den seitens der privaten TV-Anstalten forcierten Plänen zur Grundverschlüsselung des TV-Signals und damit verbundener Kostenpflichtigkeit eigentlich werbefinanzierter Programme wird die Abschaltung der analogen Parallelausstrahlung über Satellit wohl weiter forciert.

Bislang sind alle im analogen Kabelfernsehen (und diese Auswahl ist als Maßstab zu sehen) frei empfangbaren TV-Sender auch digital über Satellit zu empfangen. Während im digitalen Kabel schon heute auch für die eigentlich freien Sender, z.B. der RTL- oder ProSiebenSat1-Gruppe, monatliche Gebühren für die Bereitstellung fällig werden, will die RTL-Gruppe zusammen mit MTV im Herbst dieses Vorgehen auch auf die Sat-Ausstrahlung ausdehnen und dabei die Entavio-Plattform des Satellitenbetreibers SES Astra nutzen. Daraus resultiert die Notwendigkeit einer Smartcard zur Decodierung der Programme, für deren Aufnahme natürlich auch das Empfangsequipment ausgerüstet sein muss.

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Der allgemeine Standard für die Aufnahme von Smartcards stellen sog. Common Interface (CI) Slots bei den Empfangsgeräten dar. In diese wird ein sog. Conditional Access Module (CAM) eingesteckt, das die jeweilige Smartcard ansprechen kann. Somit kann prinzipiell ein günstiges Modul die Samrtcard in jedem CI-Receiver verfügbar machen. Doch wie so oft ist der Teufel ein Eichhörnchen: Für so manches Verschlüsselungssystem geben deren Hersteller keine Lizenzen zum Programmieren legaler CAMs. So gibt es derzeit z.B. kein Modul, das offiziell mit der bei Premiere verwendeten nativen Nagravision-Verschlüsselung umgehen kann.

Die Firma Mascom veröffentlichte zwar jüngst ein Softwareupdate für ihre Alphacrypt-Module, die bislang aufgrund einer alten Betacrypt-Lizenz (die frühere Premiere-Verschlüsselung, zu denen die aktuellen Karten für den Betrieb in älteren Receivern noch immer kommando-kompatibel sind – sog. „Tunneln“) zwar Smartcard für das normale Programm nutzen konnte, nicht aber für das HDTV-Programm. Allerdings bewirbt Mascom diese Funktionalität nicht, so dass unklar ist, inwieweit es sich um einen technischen Kniff oder eine offizielle Lizenz handelt.

Der zweite Haken können die AGBs des Fernsehanbieters sein. So untersagt Premiere beispielsweise in seinen AGBs den Empfang in nicht Premiere-zertifizierten Receivern – somit ist ein AGB-konformer Empfang mit keiner TV-Karte möglich, trotzdem funktioniert es wie oben beschrieben trotzdem technisch.

Ein großes Manko stellt allerdings dar, dass es derzeit nur eine Handvoll TV-Karten mit zugehörigem CI-Slot gibt. Bei DVB-S2 fähigen Sat-Karten ist bislang nur viel angekündigt, aber wenig erschienen, lediglich ein Modell gibt es derzeit auf dem Markt, ein USB-Empfänger von Technotrend. Für unseren heutigen Testkandidaten von Hauppauge wurde das CI-Modul zur CeBIT angekündigt und soll in den nächsten Wochen erscheinen, wie auch bei den meisten anderen Herstellern.



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