Speichertechnik: Speicherbandbreiten und Modulbezeichnungen
Es finden sich im Markt praktisch zwei Nennungen für DDR2-Speicher. Häufig trifft man die Angabe DDR2-800 an, in gleichem Atemzug oder an anderer Stelle wird jedoch von PC2-6400 gesprochen. Gerade bei High-End-Modellen, wie im heutigen Test vertreten, stehen die Zahlen in der Namensgebung des Speichers für die PC2-Nennung.
Während DDR2-800 im Namen die effektive Taktung des Speichers erwähnt, steht nennt die Bezeichnung PC2-6400 die theoretisch, maximale Speicherbandbreite des Speichermoduls in MByte. Beide Bezeichnungen meinen aber im Prinzip die gleiche verabschiedete JEDEC-Spezifikation. Nachstehende Formel soll uns das verdeutlichen:
DDR2-800 / PC2-6400
Speicherzellentakt = 200 MHz, I/O-Puffer-Takt = 400 MHz
Bandbreite:
200 MHz (Speicherzellentakt) x 2 (DDR) x 2 (doppelter I/O-Takt) x 64 Bit (Busbreite) = 51200 MBit/s / 8 = 6400 MByte/s
DDR2-1066 / PC2-8500
Speicherzellentakt = 266 MHz, I/O-Puffer-Takt = 533 MHz
Bandbreite:
266 MHz (Speicherzellentakt) x 2 (DDR) x 2 (doppelter I/O-Takt) x 64 Bit (Busbreite) = 68096 MBit/s / 8 = 8512 MByte/s
Absichtlich haben wir die beiden zuvor genannten Beispiele ins Feld geführt und absichtlich haben wir hierbei deutlich unterschiedliche Begriffe wie Speicherzellen- und I/O-Puffertakt verwendet.
Der Grund dafür ist, dass sich auch weiterhin die Nennung der DDR2-Taktangabe aus dem Speicherzellentakt, multipliziert mit dem doppelten I/0-Takt und multipliziert mit zwei aus dem Double Data Rate (DDR) Verfahren erst effektiv errechnet. Eine DDR2-800 Angabe basiert also weiterhin auf einem Speicherzellentakt von 200 MHz. Durch den doppelten I/O-Takt ergibt sich erst die Taktfrequenz von 400 MHz und durch DDR erst die effektive Nennung von 800 MHz.
Derzeit ist DDR2-800 die höchste, offiziell Verabschiedete Taktrate und die Kernfrequenz der Chips beträgt bis dato noch immer 200 MHz. 200 MHz Kernfrequenz wurden aber auch schon bei DDR1-Speicher (DDR-400) erreicht. Erst jetzt, wo DDR3-Speicher bereits die Ablösung von DDR2 einläuten soll, erst jetzt denkt die JEDEC und die im Konsortium sitzenden Firmen darüber nach einen DDR2-1066 Standard zu verabschieden, welcher erstmals mit 266 MHz die 200 MHz Schallmauer durchbrechen soll.
An dieser Stelle darf dann aber auch der Hinweis erfolgen, dass der Nachfolger DDR3-1600, derzeit ebenfalls erst in frühen Mustern am Markt, welche nicht den JEDEC-Vorgaben entsprechen, auch nur über eine Kernfrequenz von 200 MHz verfügt. DDR2-1066 als offizieller Standard würde also erstmals etwas in Richtung Leistungsoptimierung bei den Speicherzellentakten erreichen.
| DDR-Speicher-/Modell-Bezeichnung |
Speicherzellentakt [MHz] |
I/O-Takt [MHz] |
effektive Taktung [MHz] |
Transferleistung [Gbyte/s] |
| DDR-200 / PC-1600 |
100 |
200 |
200 |
1,6 |
| DDR-266 / PC-2100 |
133 |
266 |
266 |
4,2 |
| DDR-333 / PC-2700 |
166 |
333 |
333 |
2,7 |
| DDR-400 / PC3200 |
200 |
400 |
400 |
3,2 |
| DDR2-400 / PC2-3200 |
100 |
200 |
400 |
3,2 |
| DDR2-533 / PC2-4200 |
133 |
266 |
533 |
4,2 |
| DDR2-667 / PC2-5300 |
166 |
333 |
667 |
5,3 |
| DDR2-800 / PC2-6400 |
200 |
400 |
800 |
6,4 |
| DDR2-1066 / PC2-8500 |
266 |
533 |
1066 |
8,5 |
| DDR3-800 / PC3-6400 |
100 |
400 |
800 |
6,4 |
| DDR3-1066 / PC3-8500 |
133 |
533 |
1066 |
8,5 |
| DDR3-1333 / PC3-10600 |
166 |
667 |
1333 |
10,6 |
| DDR-1600 / PC3-12800 |
200 |
800 |
1600 |
12,8 |
Bei all den genannten Transferleistungen muss man berücksichtigen, dass wir hier lediglich von einem einzelnen Speichermodul sprechen. Heutiger Standard ist allerdings der paarweise Verbau von Speichermodulen, was aus der Möglichkeit der meisten Mainboardchipsätze rührt, paarweise Module im Zwei-Kanal Speichermodus zu betreiben, wodurch sich die Bandbreite verdoppelt.
Zwei Speicherriegel DDR2-800 auf einem Mainboard mit Dual-Channel-Technik würde damit die Speicherbandbreite auf 12800 MByte pro Sekunde verdoppeln. Doch was nutzt die Speicherbandbreite, wenn der Prozessor davon nicht profitieren kann? Es gibt auch eine Prozessor-seitige Bandbreite.
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