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High-End CPU-Kühler 2007

dB(A) und sone (Fortsetzung)

Für die Beurteilung stationärer Signale ist das Sone deutlich besser geeignet als die Bewertung nach dB(A). Für PC-Lüfter und Konsorten ist das Verfahren also genau passend. Leider findet die Beurteilung nach Sone recht wenig Verwendung, wohl weil es nicht direkt auf physikalischen Größen beruht, sondern auf Tabellen, die auf Tests mit Versuchpersonen zurückzuführen sind. Nichtsdestotrotz gibt es eine gute Übereinstimmung zwischen Beurteilungen von Schallereignissen nach der Lautheitsskala Sone und dem menschlichen Empfinden, auch ohne psychoakustische Hörversuche. In letzter Instanz ist doch was zählt: Der Mensch ist das Maß der Dinge - und nicht die Technik, die er erschaffen hat.

Einen Pferdefuß hat die Sache mit dem Sone aber nun doch: Eine Definierung des Sone Wertes auf einen normierten Abstand (z.B. Sone/m), wie wir es auch mit dem Schalldruckpegel handhaben und wo dies auch unabdingbar ist, ist nur in grober Annäherung möglich. Wir geben jedoch trotzdem eine Annäherung des auf 1Meter normierten Sone Wertes bei unseren Messungen an, auch auf die Gefahr hin, größeren Toleranzen zu unterliegen.

Noch etwas: die direkte Umrechung von Pegeln in Lautheit ist nur sehr bedingt möglich. Im Web geistert folgende Formel herum:
Sone = 2^ 0,1*(Ls-40)     [mit Ls = Pegel]

Dies beruht auf der ehemals getroffenen Festlegung von 1Sone zu 40dB oberhalb der Hörschwelle. Demnach wären 80dBSPL dann 16 Sone. Das gilt jedoch nur bei einer tonalen Einzelkomponente von 1KHz. Damit haben wir es in den seltensten Fällen zu tun - bei jeglicher Form von PC-Lüftern schon gar nicht.

Breitbandige Signale (Rauschen, sonstige multiple tonale Komponenten) oder Artefakte werden durch diese Berechnungsgrundlage fehlerhaft dargestellt. Ebenso schleichen sich Fehler ein bei signifikant niedrigeren Pegeln als 40dBSPL. Man sollte also für akustische Signalformen, wie sie in der PC-Technik vorkommen, von dieser Art der Umrechnung Abstand nehmen. In beiden Fällen der Messung bleibt es also grundlegend einmal bei Wertigkeiten, die eine Hilfestellung bei der Eingruppierung von Tönen und deren Empfinden für den Menschen leisten können, aber grundsätzlich nicht allgemeingültig umlegbar sind.

Was bedeutet dies nun für unsere eingangs aufgeführten Beispiele? Man kann davon ausgehen, dass eine Messung mit beiden Methoden in einer Diskothek in beiden Fällen vernichtende Resultate mit sich bringen würde. Eine Messung des erwähnten, möglicherweise "lauten" Windbruches in einem Baum hätte einen hohen dB(A) Wert, unter Umständen aber einen akzeptablen Sone Wert zur Folge, da das Geräusch eben nicht als unangenehm empfunden wird. Unser Beispiel des Abziehens einer Messerklinge über einen Teller, welches vielleicht leise verläuft, würde in einer dB(A) Messung sicherlich ein niedriges Messergebnis zur Folge haben, in der Sone Messung womöglich als höchst unangenehm bemessen werden.

Eine weitere, allerdings für den Laien komplizierte Hilfestellung ist der Frequenzverlauf eines Schallereignisses. Hierzu kann man sich der Spektralanalyse bedienen, die diesen Frequenzverlauf anzeigt. Mit dem Wissen, in welchen Frequenzbereichen sich ein Ton bzw. eine Tonlage sich für den Menschen als unangenehm zeigt, dürften diese Form der Darstellung sicherlich eine hilfreiche Lösung sein, will man für sich persönlich eine Entscheidung treffen. Ein gleichmäßiges Rauschen wird z.B. als angenehmer Empfunden wie ein rasselndes Geräusch oder ein Einzelton im mittleren Frequenzbereich (1KHz..5KHz) äquivalenter Lautstärke. Auf die Details der Spektralanalyse sind wir bereits im vorangegangenen Kapitel eingegangen.



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