Über HT4U.net | Hersteller-Datenbank | Weblinks   RSS Feed
 Style: 1024  |  1280
 

High-End CPU-Kühler 2007

Lautstärke & Schallpegel (Fortsetzung)

 VI. Dieser Lüfter nervt ...

Soviel zu den Absolutwerten, die per Schalldruckmessung mit vertretbarem Aufwand ermittelt werden können. Aber wie störend empfinden wir ein Schallereignis? Gibt es eine Möglichkeit, messtechnisch Rückschlüsse auf einen "unangenehmen Sound" zu schließen? In einem gewissen Umfang ja, jedoch muss auch hier wieder beachtet werden, dass das Hören eine sehr individuelle Sache ist - was dem Einen ein Gräuel, muss den Nächsten nicht zwingend nerven.

Daher hat eine solche Beurteilung - wenn auch messtechnisch unterlegt - ein gewisses subjektives Moment. Zu Hilfe nehmen wir uns die Spektralanalyse. Hier wird der Schalldruck (relativ) über der Frequenz aufgetragen. Mit dem Wissen um die sensitiven Stellen des menschlichen Gehörs kann mit einiger Wahrscheinlichkeit gesagt werden, welcher Lüfter als unangenehm empfunden werden dürfte, wobei der Absolutwert des Schalldruckpegels nach wie vor den meisten Ausschlag gibt. Hier ein Vertreter der wirklich leisen Zunft mit einem vergleichsweise gehörfreundlichen Spektrum:


Sockel A Cooler Roundup


Abgesehen vom ohnehin sehr niedrigen Schalldruck verläuft der Frequenzgang für das menschliche Lärmempfinden ideal: in Regionen niedriger Empfindlichkeit des Gehörs ist der Pegel deutlich höher als im sensitiven Bereich (1500 bis 5000Hz). Ein intensives höherfrequentes Spektrum eines Lüfters wird oft als turbinenähnliches Geräusch empfunden, wenn z.B. im Bereich >2000 bis 5000Hz hohe Schalldrücke vorliegen, wie im nächsten Bild zu sehen:


Sockel A Cooler Roundup


Hier tobt ein kleiner Sturm im PC: Bis ca. 4KHz ein gleichmäßig (hoher) Pegel und eine Spitze bei ca. 1400Hz setzt noch eins drauf. Nichtsdestotrotz kann diese Lüfter/Kühlerkombination eine sehr gute Kühlleistung haben, diese Messung stellt schließlich nur die Geräuschkulisse dar. In jedem Fall gilt aber: Ein in jeder Hinsicht bemerkenswerter Kühler ;-).

Interessant ist noch, dass aufgrund der Spektren ein Rückschluss auf den Durchmesser des verwendeten Lüfters gemacht werden kann: Ein Lüfter mit größerem Durchmesser hat in aller Regel eine niedrigere Drehzahl und damit einen niedrigere Tonhöhe (eine Elektromaschine "summt" bei höherer Drehzahl auch mit höherer Frequenz). 80er Lüfter liegen hier bei 250 bis 300Hz und 60er Lüfter bei 450 bis 500Hz. Auch hier gilt: Der Ton mit der niedrigeren Frequenz wird meistens als angenehmer empfunden.

Man denke nur an einen Grafikkarten-Lüfter: Diese kleinen Zwiesel sind häufig hochdrehend und nerven deshalb ganz besonders. Viele stört gerade dieser Lüfter mehr als der Prozessorlüfter. Generell gilt: Ein möglichst großer Lüfter mit möglichst niedriger Drehzahl sorgt für eine angenehme Akustik am Rechner. Ob die Kühlleistung hier konform geht, sollte individuell ermittelt werden. Aber: Solange ein Rechner stabil läuft (bitte auch im Hochsommer in der Dachmansarde!), kommt es auf das eine Grad Celcius nicht an. Den womöglich unerträglichen Lärm einer Hochleistungsturbine auf der CPU hat man jedoch immer an den Ohren.

Anhand der jeweiligen Spektren der Lüfter kann sich nun jeder eine subjektive Meinung über das akustische Verhalten der Probanden machen, die zu beachtenden Augenmerke wurden aufgezeigt. Wir haben dazu sämtliche Spektralanalysen zu den einzelnen Testkandidaten im jeweiligen Kühlerkapitel veröffentlicht. Nach wie vor soll erwähnt bleiben, dass ein leiser Lüfter nicht unbedingt auch die gewünschte Kühlleistung erbringen muss - es ist ähnlich wie in der Mode, wo es heißt: Wer schön sein will, muss leiden.



Artikel Index:  
Vorherige Seite  Nächste Seite



 Preisvergleich

Werbung
Werbung
 



Werbung