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AMD Radeon HD2000-Serie im Test

Dabei wird der Audio-Datenstrom über die Northbridge zum PCIe für Grafikkarten umgeleitet. Da viele Grafikkarten typischerweise aber DVI-Ausgänge besitzen hat sich AMD einen Kniff einfallen lassen. DVI ist abgesehen von der Fähigkeit Sound zu übertragen identisch zu HDMI. Für die HD 2400 und HD 2600 Reihe bastelten die Entwickler aber eine nicht näher spezifizierte Lösung, die es ermöglicht das Soundsignal auch am integrierten DVI-Port abzugreifen.


AMD HD2000-Serie im Test


Worin steckt aber eigentlich der Sinn des Ganzen? Wie oben schon angesprochen, können HD-Inhalte ein Broadcast Flag setzen, das die Verschlüsselung der Videodaten auf der Strecke zwischen Abspiel- und Darstellungsgerät erzwingt. Dafür handeln die beiden beteiligten Geräte mit ihren eindeutigen (vorgeschriebenen) Identifikationsschlüsseln in einem Handshake-Prozess die Parameter aus. Auf dem Weg vom Medium bis zum DVI/HDMI-Ausgang hat die Paranoia der Filmindustrie aber eine weitere Sicherheitsstufe durchgesetzt. HD-Inhalte können nur abgespielt werden, wenn der Datenpfad zwischen Medium und Ausgabe geschützt ist.

Bisherige Betriebssysteme inklusive Vista 32 bit verlassen sich dabei auf die Abspielsoftware, z.B. von Cyberlink, WinDVD oder Nero. Vista 64 bit beinhaltet einen sogenannten. „Protected Path“, was bedeutet, dass nur signierte Treiber und zertifizierte Hardware zugelassen werden, so dass das Betriebssystem HD-Inhalte auch selbständig handeln kann, wenn alle Komponenten mitspielen. Die HD 2000-Serie ist hierfür zertifiziert. Die Grafikkarten können das HD-Videosignal sogar bis zur nativen Auflösung des Bildschirms, bei Nutzung eines Dual-Link-DVI/HDMI und eines entsprechenden Panels in der Größenordnung von 30“ bis zu 2560x1600 Pixel, hochrechnen.

Waren bisherige Digital-TV- und DVD-Inhalte in MPEG2 codiert, sind für HD-Inhalte mit H.264 und VC1 zwei weitere Codecs hinzugekommen. Beiden gemeinsam ist, dass sie deutlich effizienter als MPEG2 komprimieren, aber dafür auch deutlich mehr Rechenleistung benötigen. Selbst Dual-Core Systeme kommen dabei ordentlich ins Schwitzen – oder versagen. Doch schon seit geraumer Zeit bieten die Grafikchiphersteller in ihrer Hardware sowie den Treibern Beschleunigungsalgorithmen, welche die CPU entlasten. Bislang griff die Beschleunigung, speziell beim VC1-Codec allerdings nur unterstützend ein, die CPU war immer noch beteiligt. Mit Universal Video Decoding, das in den kommenden Mobilchipsätzen sogar die Wiedergabe bei schlafender CPU ermöglichen soll, wird die gesamte Decodierung bei der Radeon HD 2400/2600 auf dem Grafikchip durchgeführt – zumindest in der Theorie.


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AMD HD2000-Serie im Test


Dieser Unterschied verschafft AMD gerade dahingehend einen Vorteil, da VC-1 beim Großteil der im Handel erhältlichen HD-DVDs zum Einsatz kommt. Im Blu-Ray Lager dagegen dominiert immer noch MPEG2 zu fast zwei Dritteln. Aber auch hier ist VC-1 häufiger anzutreffen als H.264, das dafür größtenteils bei HDTV-Fernsehsendern zum Einsatz kommt.

Im Ergebnis muss man festhalten, dass der neue Kopierschutz AACS auf der einen Seite, die einzelnen Codecs aber auf der anderen Seite (MPG-2, VC-1 und H.264), meist zuviel für heutige Systeme mit Single-Kern-Prozessoren und Grafikkarten ohne entsprechende Optimierungen sind. Gerade H.264 in Verbindung mit AACS scheint hier offenbar noch ein Paradebeispiel zu sein, welches selbst schwächere Doppel-Kern-Prozessoren – selbst in Verbindung mit einer HD2400 oder 2600XT – ins Ruckeln bringen kann. Aber ohne die genannten Unterstützungen, seitens der Grafikkarten wird dann überhaupt kein Schuh mehr daraus – Diashow vom feinsten.

Bleibt noch zu erwähnen, dass die hier beschriebenen Vorteile im Bereich Multimedia bei den neuen HD2400- und HD2600-Karten, nicht auf die HD2900-Karten (derzeit) zutreffen. Warum dies so ist, hat AMD offiziell nicht erklärt. Der Umstand, dass die HD2900XT gerade einmal einen Monat früher vorgestellt worden ist, dürfte hier nicht ausschlaggebend sein. Das von AMD als Unified Video Decoder bezeichnete Feature könnte in den Schaltkreisen der HD2900XT durchaus schlummern, oder eben auch nicht. Allerdings sieht das bei NVIDIA derzeit nicht besser aus. Pure Video HD nennt NVIDIA seine Features, welche seit der GeForce 7-Generation propagiert werden, in ihrer zweiten Fassung dann aber weitere Möglichkeiten mit den GeForce 8-Modellen bieten. Dort wiederum wird das als VP2 bezeichnete Interna im Grafikprozessor aber wiederum nicht von den GeForce 8800-Modellen unterstützt, sondern eben von den jüngsten Modellen der GeForce 8500- und 8600-Serie.

Es bleibt bei einem sehr komplexen Thema, welchem wir, wegen des Umfangs, in Kürze einen separaten Artikel widmen werden. Vielleicht sind bis dahin auch die Treiber ein wenig weiter ausgereift, denn auch hier können sich Stolpersteine ergeben.



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