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FazitNach dieser Materialschlacht an Prozessoren, Testprogrammen und Testhardware bleibt es nun ein Fazit zu ziehen und die verschiedenen Erfahrungen dabei zu berücksichtigen. Allem voran muss man hier festhalten, dass die K8-Architektur derzeit wohl mit Taktraten um 3 GHz ausgereizt zu sein scheint. X2 6000+ Prozessoren zu fertigen (selektieren) bei eben 3 GHz Takt und bei gleichbleibenden Spannungen, um die Leistungsaufnahmen nicht in die Höhe zu steigern, dürfte wohl nicht zwingend AMDs lukrativstes Geschäft darstellen, insbesondere wenn man die Straßenpreise von ca. 200 Euro für ein solches Modell nimmt. Die kleinere, kostengünstigere Fertigung in 65nm ist bei AMD jedoch offenbar noch nicht so weit vorangeschritten, um an dieser Ecke über die Produktionskosten ein wenig Linderung zu erreichen. Das AMD-Top-Modell mit der Bezeichnung X2 6000+ reiht sich von den Anschaffungskosten zwischen einem Core 2 Duo E6700 und einem E6600 ein. In unserer Gesamtbetrachtung der einzelnen Performance-Kapitel konnte sich dieses Modell allerdings nur bei den Prozessorbenchmarks dort behaupten. In den anderen Kategorien reihte sich der 6000+ noch hinter dem E6600 ein. Doch es muss ja nicht immer die Top-Leistung sein. Gerade die letzte Preissenkung bei AMD hat dazu geführt, dass AM2-Prozessoren und Plattformen durchaus preislich sehr interessant geworden sind, insbesondere für Anwender, welche schon längst auf einen Zwei-Kern-Prozessor aufrüsten wollten. Dabei zeigte unser Performance-Vegleich und auch Skalierungsvergleich, dass man aber nicht zwingend zu den kleinsten Zwei-Kern-Prozessoren bei AMD greifen sollte. Erst ab 4400+-Modellen zeigt sich ein gesundes Leistungsverhältnis über alle hier zu Rate gezogenen Kategorien. Mit ca. 95 Euro für einen X2 4400+ oder ca. 105 Euro für einen 4800+ hat AMD in diesem Bereich ein praktisch nicht zu schlagendes Preis-/Leistungsverhältnis. Betrachten wir das Preis-/Leistungsverhältnis also in der Größenordnung bis ca. 120 Euro, so würden wir grundsätzlich AMD AM2-Prozessoren den Vorzug geben. Ein gewisses Patt stellt sich im Bereich zwischen 120 und 140 Euro ein. Im darüber liegenden, kostspieligeren Bereich verbucht Intel schlicht mehr Vorteile in der Preis-/Leistungsstaffelung – zumindest derzeit.
Definitiv überlegt sollte man auch bei der Wahl des passenden Arbeitsspeichers zum Prozessor vorgehen. Wie wir im entsprechenden Kapitel deutlich dargelegt haben, ist der Speichercontroller der AM2-Prozessoren nur selten in der Lage, den vollen DDR2-Speichertakt der Module auch vollständig zu nutzen. Dies kann man durchaus schon im Vorfeld nachrechnen, unsere dargestellte Berechnungsformel und einen Taschenrechner vorausgesetzt. Im Vergleich zum scheidenden Sockel 939 ist der Speichercontroller der AM2-Prozessoren allerdings die deutlich bessere Wahl, geht es um die spätere Aufrüstung des Systems mit mehr Hauptspeicher. Mussten Sockel 939-Plattformen mit vier doppelseitigen Modulen den Speichertakt noch teils deutlich zurücknehmen, ist man auf AM2-Plattformen – zumindest nach der Prozessor-Spezifikation nun in der Lage bei „vollem“ Takt auch vier Speichermodule ansprechen zu können. Bei den Messungen zur Leistungsaufnahme durften wir feststellen, dass die aktuellen Core 2 Duo Prozessoren den AMD-Modellen praktisch in nichts mehr nachstehen. Die AMD EE-Version 4200+ enttäuschte allerdings ein wenig, verglichen zu den C2D-Prozessoren im L2-Stepping, oder gar kleineren C2D-Modellen im B2-Stepping. Nicht „selektiert“, standen diese Modelle dem selektierten EE-Modell von AMD nicht nach, sondern zeigten sogar einen geringeren Verbrauch. Die Bastion „Leistung pro Watt“, vor Jahren von AMD errichtet, ist inzwischen also ebenfalls genommen. Allerdings bleibt es aus unserer Sicht auch kein wesentliches Argument mehr, ob ein Prozessor – im gemischten Nutzungsbetrieb beim Anwender – nun mit fünf Watt mehr oder weniger arbeitet. Deutlich schwerer wiegen bei diesem Aspekt – wie unser Artikel sehr deutlich zeigte – auch die verwendeten Plattformen. Spart man dort an der einen Stelle, kann man an der anderen Stelle durchaus draufzahlen. So lag die Leistungsaufnahme der Prozessoren, ermittelt auf einem Low-Budget Board beispielsweise 20% (und höher), verglichen mit einem Mainstream-Mainboard von ASUS. Ein leises, sparsames und leistungsfähiges System mit AM2-Prozessor – durchaus auch als Einsatz unter dem heimischen Fernseher, kann man sehr wohl konfigurieren. Man sollte dabei allerdings nicht an der falschen Ecke sparen. Halten wir fest: AMD hat sich mit der letzten Preissenkung wieder sehr attraktiv aufgestellt und zudem dazu beigetragen, dass auch mehr Auf-/Umrüster an Investitionen denken. Nach den vergangenen Quartalszahlen muss dennoch der Schritt AMD recht weh getan haben und der Preiskrieg ist noch nicht beendet. AMDs Umsatz dürfte bei den nächsten Quartalsergebnissen gestiegen sein – immer vorausgesetzt, dass AMD mit seiner Fertigung die Nachfrage auch decken kann – doch auf den Reingewinn macht sich der Schritt vermutlich eher negativ bemerkbar. Die Zeit für den K10 ist überreif. Bis dahin dürfen sich aber erst einmal die Endkunden freuen, denn so günstig wie heute, war X2 nie. [pg], 25. Mai 2007 |
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