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Intel Viiv Technologie

Viiv – Die Technik

Auf der Hardwareseite ist Viiv in erster Linie einmal ein ganz gewöhnlicher PC, allerdings wie schon bei der Centrino-Technologie in einer vorgeschriebenen Zusammenstellung. Da Intel ja seine hochprofitablen Multi-Purpose x86-CPUs verkaufen will, anstatt wie die Konkurrenz aufgabenspezifische Pfennig-Mikroprozessoren, setzt man auf bewährten Unterbau. Allerdings lässt Intel, soll denn auch ein Viiv-Aufkleber auf das Gehäuse, lediglich eigene Dual-Core CPUs und dazu passende Chipsätze zu.

Da wir vom Wohnzimmer sprechen, wo sich laut röhrende Lüfter von selbst verbieten, bedeutet das zum gegenwärtigen Zeitpunkt, dass wohl alle in naher Zukunft verfügbaren Viiv-Systeme auf den CoreDuo mit dem mobilen 945 Chipsatz bauen werden. Da diese keine 64 Bit-Erweiterungen enthalten ist für Viiv logischerweise auch keine 64 Bit-CPU vorgeschrieben. In Ermangelung der noch nicht vorgestellten Desktop-Verwandten sind nominell seitens Intel auch die derzeit verfügbaren Desktop Dual-Cores Pentium D und Pentium Extreme Edition mit 945/955 bzw. 975 Chipsätzen zulässig. Wenngleich eine solche Kombination wohl günstiger zu realisieren wäre als ein System auf Basis der Mobil-CPUs, wagen wir aufgrund der beobachteten Leistungsaufnahme und den daraus resultierenden lauten Lüftern deren Wohnzimmertauglichkeit zu bezweifeln.


Intel Viiv Technologie


Bei den Formfaktoren stellt sich Intel eine Vielfalt an Geräten vor. Vom typischen PC-Gehäuse über 19"-HiFi-Format bis hin zu integrierten Bildschirm-PC-Combos (der iMac lässt grüßen…) soll alles möglich sein.

Da man sich durchaus bewusst ist, dass ein minutenlanges Booten für ein Consumer-Elektronik Gerät inakzeptabel ist, schuf Intel unter dem Namen „Quick Resume“ einen neuen Sleep-Modus. In diesem Zustand befindet sich der Viiv-PC in einem Standby-ähnlichen Zustand, Sound- und Bildausgabe sind also ebenso deaktiviert wie Tastatur und Maus. Allerdings läuft der Rechner per se weiter, so dass vom Knopfdruck auf der Fernbedienung bis zur Verfügbarkeit nur Sekundenbruchteile vergehen und auch z.B. keine Erneuerung der Netzwerkadressenzuweisung den Zugriff auf das Internet bremst. Weitere vorgeschriebene Komponenten sind ein Intel Netzwerkcontroller sowie High Definition Audio.


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Softwareseitig legt sich Intel auf Windows XP Media Center 2005 fest. Weitere alternative Oberflächen werden zwar für die Zukunft nicht ausgeschlossen, sind aber derzeit nicht geplant. Bedenkt man, dass Microsoft in MCE von sich aus nur analoge TV-Karten sowie DVB-T unterstützt und z.B. für Satellitenfernsehen teils nicht unerhebliche Basteleien am Betriebssystem notwendig sind, kann an dieser Stelle für den potenziellen Viiv-Käufer ein Stirnrunzeln durchaus angebracht sein. Eine Eignung für HDTV ist ebenfalls fraglich. Obwohl Intel mit HDCP (High Bandwidth Digital Content Protection) selbst den Übertragungsschutz für HDTV von kommenden BluRay- und HD-DVD-Scheiben sowie schon heute ausgestrahlten Satellitenprogrammen entwickelt und durchgesetzt hat, ist er nicht Teil der Hardwarespezifikation – hier wurde die Spezifikation wohl zugunsten der Komplettsystemhersteller weichgespült.

Ein HDCP-geschützter DVI bzw. HDMI-Port ist also nicht Vorschrift. Dazu kommt noch ein riesiger weiterer Berg an unterschiedlichen Digital Rights Management (DRM) Standards, vom im Webshop gekauften Audiostück, das man sowohl am Viiv-PC als auch am tragbaren MP3-Player hören können will, bis hin zu Spezifikationen für die Vernetzung von verschiedenen Heimelektronik-Geräten. Inwieweit Intel dem Gewirr dieser Standards – die man meist maßgeblich mitgeprägt hat – mit Viiv gerecht werden kann, wird die Zukunft zeigen.

Derzeit werden neben der Hard- und Software verschiedene tragbare Devices, die vom Viiv-PC gefüttert werden können, und Webangebote zertifiziert. Letztere erhalten ein Viiv-Logo, wenn ihr (in der Regel kostenpflichtiges) Angebot (Videos, Musik, Spiele, Streaming-TV-Programme usw.) problemlos mit einem Viiv-PC zusammenspielt. Allerdings heißt das Logo nicht, dass ein Viiv-PC zwingende Voraussetzung ist. Auch der Nutzer eines „gewöhnlichen“ PCs wird wohl in den meisten Fällen in den Genuss kommen. Exklusive Viiv-Angebote wird sich vor einer signifikanten Verbreitung von Viiv-Hardware kein Content-Anbieter erlauben können.

Wie sich kopiergeschützte DVDs oder auch die auf CD-Laufwerken nicht zum Abspielen vorgesehenen Un-CDs in die Welt der vernetzten Viiv-Systeme und Viiv-"Verified Portable Devices" fügen sollen, ohne dass sich der Nutzer eines Verstoßes gegen geltendes Urheberrecht schuldig macht, wird derzeit verschwiegen.


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Ab dem zweiten Halbjahr will Intel Viiv nämlich noch ausbauen. "Verified Network Media Devices" sollen nämlich über die "Hub Connect Technology" vernetzt werden und so mehrere Nutzer in der Wohnung auf – für Intel idealerweise – mehreren Viiv-PCs gemeinsam Musik, Videos, Spiele, und was die Viiv-Welt sonst noch hervorbringen mag, über den "Viiv Media Server" nutzen.



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