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DDR2 Roundup

DDR2 Speicherlatenzen

Ein stets groß bemängeltes Thema bei den neuen Modulen waren die, im Vergleich zu DDR1 Modulen eher schlappen Timings. Traf man bei besagten DDR1 Modulen mit einer Taktfrequenz von 400MHz (DDR) im 'schlimmsten' Fall eine CAS Latency von 3 Takten an, so sind diese 3 Takte bei gleich getakteten DDR2 Modulen das höchste der spezifizierten DDR2/400 Gefühle. Eine genaue Übersicht über die vorgesehenen Spezifikationen gaben wir bereits hier. Dass unter anderem dieser Umstand im direkten Vergleich der beiden Standards bei identischem Takt zu einer verminderten Pro-MHz-Leistung seitens DDR2 führen musste, ist nicht schwer nachzuvollziehen.

Wie bereits erwähnt, gibt die Speicher-Latenz an, wie einzelne Takte zwischen zwei Arbeitsvorgängen des Speichers liegen müssen. Plastisch gesprochen braucht der Speicher die Latencys, um sich nach einer erfolgten Anfrage bereit zu machen für die nächste. Zu kurze Intervalle führen daher unter Umständen dazu, dass sich ein nicht eindeutiger Schaltungszustand im Speicher ergibt, man spricht in diesem Fall von einem Hazard, da es in keiner Weise klar ist, ob der Speicher das tut, was man ihm eigentlich aufgetragen hat. Die Folgen sind etwas weniger theoretisch sondern ganz praktisch erfahrbar: BlueScreens im laufenden Betrieb, ein eingefrorener Bildschirm oder die eigene Maschine bootet erst gar nicht - je nachdem wann sich die Kommunikation mit dem Speicher das erste Mal richtig "verschluckt". Im "besten" Fall bleiben die geschilderten Symptome gar aus und der Speicher bemerkt, dass durch einen zu niedrigen Takt ein Ziel bereits geschlossen ist und startet den Arbeitsvorgang erneut: die Folge ist, dass das System langsamer arbeitet.

Doch mit der sich auf DDR2-Seite weiterdrehenden Taktschraube verwandelt sich dieser absolute Vergleich der Timings zwischen den beiden Speicherstandards immer mehr zu einem zwischen Äpfel und Birnen. Der Grund hierfür ist denkbar einfach: denn auch wenn die Zahl der benötigten Ruhetakte mit steigender Frequenz gleich bleibt, so verkürzt sich absolut gesehen dennoch die Zeitspanne zwischen zwei Anfragen, da es mehr Aktionen pro Sekunde gibt, die Zeitdauer einer einzelnen sich somit also verringert.

Beispiele:

DDR1/400 CL2.5
I/O-Takt = 200 MHz
Verzögerung pro Takteinheit = 1 s / 200 MHz = 5 ns
Verzögerung zwischen 2 Zugriffen insgesamt (vereinfacht) = 2.5 * 5 ns = 12,5 ns

DDR2/667 CL4
I/O-Takt = 333MHz
Verzögerung pro Takteinheit = 1 s / 333 MHz = 3ns
Latency zwischen 2 Zugriffen insgesamt (vereinfacht) = 4 * 3ns = 12ns


DDR2 Speicherroundup


Wie dieses Rechenbeispiel und die zugehörige Grafik zeigen ist Latenz nicht gleich Latenz, und ein Vergleich dementsprechend nur bei identischer Taktfrequenz sinnvoll und voll aussagekräftig. Ein direkter Vergleich zwischen den Timings eines DDR2/667 Moduls und DDR1/400 Speicher allerdings schlichtweg sinnlos. DDR2 mag keinerlei Geschwindigkeitsvorteile bei identischem Takt haben, jedoch befindet man sich schon jetzt in Taktgefilden, die DDR1 Module sicherlich nicht mehr als Standard erreichen werden, und das mit einer nach wie vor exzellenten Stabilität und Kompatibilität, wie wir im Laufe des Artikels feststellen mussten.



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