NVIDIA nForce4 SLI x16
NVIDIAs nForce4 war einer der ersten AMD ausgerichteten Chipsätze mit PCI-Express Unterstützung und die SLI Variante der erste Vertreter in diesem Bereich überhaupt, welcher es ermöglichte, zwei PCIe Grafikkarten im Dual-Modus zu betreiben, was gerade der Gamer-Szene eine erhöhte Performance versprach.
Bislang trat der nForce4 SLI im Single-Chip Design mit 20 PCI-Express-Leitungen an. Weiter fanden sich in diesem hoch integrierten Chip 10 USB 2.0 Schnittstellen, vier SATA und zwei PATA Anschlüsse (RAID fähig), onboard Sound und eine native Gigabit Ethernet Umsetzung mit Hardware-Firewall. Hauptnachteile dieser Lösung sind bisher die Abwärme, welche von diesem Single-Chip produziert wird und das Problem, dass aufgrund Designnotwendigkeit der Chipsatz nahe an die beiden PEG-Slots herangebracht werden musste. Eine übliche passive Kühlung schied durch dieses Design praktisch aus, da keine ausladenden Kühlkörper verwendet werden konnten.
Entsprechend finden sich auf den meisten nForce4 Platinen kleine, aktive Kühlungen wieder. Diese Mini-Fans leiden dann allerdings unter üblichen Krankheiten: Lautstärke und Lagerschäden im Langzeitbetrieb.
![ASUS A8N32-SLI Deluxe [NVIDIA nForce 4 SLI x16]](/images/reviews/2006/asus_a8n32sli/blockdiagramm2.jpg)
Mit der neuen nForce4 SLI x16 Version wechselte NVIDIA vom Single-Chip zum Dual-Chip Design. Nun hätte man im Vorfeld vielleicht vermutet, dass sich durch diese Umsetzung auch Besserung im Bereich der Kühlung einstellt, aber NVIDIAs eigentlicher Grund für diesen Switch war das Aufstocken der PCI-Express-Leitungen. Den bislang 20 Leitungen des nForce4 Chips stehen nun insgesamt 40 Leitungen bei der SLI x16 Version gegenüber und diese weiteren 20 PCIe-Lanes finden sich in NVIDIAs neuer Southbridge.
Darüber hinaus finden sich praktisch kaum Änderungen in der Feature-Liste des derzeitigen NVIDIA Top-Produktes - leider auch nicht im Bereich des Platinen-Designs. Nach wie vor ist die Abwärme des Chipsatzes relativ hoch, so dass kleine passive Kühlkörper nicht in der Lage sind, den Chipsatz ausreichend zu kühlen. ASUS setzt beim A8N32-SLI Deluxe daher - wie auch schon beim A8N-SLI Premium - auf eine Heatpipekühlung.
Abschließend in diesem kurzen Technikkapitel wollen wir, der Vollständigkeit halber, das Blockdiagramm des nForce4 SLI x16 präsentieren.
![ASUS A8N32-SLI Deluxe [NVIDIA nForce 4 SLI x16]](/images/reviews/2006/asus_a8n32sli/blockdiagramm.jpg)
Eine Anmerkung zum neuen MCP muss allerdings noch erfolgen. Beim Versuch im Verlauf des Tests die IRQ-Table nachzustellen scheiterten wir. Egal welche Bestückung wir bei den PCI-Slots wählten, das IRQ-Sharing änderte sich permanent, schlicht so, als wenn wir Karten mit mehreren IRQs verwendet hätten, die auf weitere Leitungen zugreifen.
Exakte Papiere liegen uns zu dem neuen Chipsatz nicht vor. Gespräche mit mehreren Herstellern ergaben auch nicht wirklich Klarheit zu diesem Punkt - lediglich in einer Unterredung meinte einer der Hersteller sich zu erinnern, dass die neue MCP lediglich über zwei oder drei PCI-Brücken verfüge, was das angetroffene IRQ-Sharing durchaus erklären würde. Wenn dem so ist, dann kann man nur vermuten, dass NVIDIA über kurz oder lang auf das Ende von PCI-Gerätschaften setzt. Die Anbindung der fünf möglichen PCI-Slots laut Blockdiagramm wäre zwar nach wie vor machbar, jedoch würde sich bei Vollbestückung ein vielfaches IRQ-Sharing einstellen. Das kann in der Praxis - je nach verwendeter Hardware - wunderbar funktionieren, … oder eben je nach Hardware auch nicht.
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