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AMD Athlon 64 3500+ in 90nm Fertigung

Benchmarks

Verschiedentlich wurde dem Winchester-Kern eine deutlich bessere Performance zum NewCastle attestiert. Natürlich haben auch wir entsprechende Vergleiche angestellt, um Unterschiede zu prüfen. In der Tat fanden sich hier und da Unterschiede, allerdings solch geringe, dass man sie schon mehr oder minder als Messtoleranz abtun könnte. Wir haben auf Grund dessen auch darauf verzichtet über mehrere Seite Balkendiagramme zu veröffentlichen und stellen die Resultate nachfolgend tabellarisch gegenüber:


Testprogramm / System Athlon 64 3500+
[NewCastle]
Athlon 64 3500+
[Winchester]
VeriTest Content Creation Winstone [Winstones] 35,7 36,2
VeriTest Business Winstone [Winstones] 30,3 30,7
WinAce 2.5d [Sekunden] 82 81
TMPEG Encoder [Sekunden] 89 88
Cinebench 2003 CPU Rendering [Sekunden] 84,0 84,0
SiSoft Sandra Memory Benchmark [MB/s] 5907/5819 5897/5822
 
3DMark2001 1024x768 [3DMarks] 22582 22639
Wolfenstein: Enemy Territory 1024 x 768 [FPS] 105,6 105,2
Doom 3 1024x768 [FPS] 90,6 91,1
Unreal Tournament 2004 -Flyby- 1024x768 [FPS] 106,51 107,20
Unreal Tournament 2003 -Botmatch- 1024x768 [FPS] 82,19 82,48
Max Payne 2 1024x768 [FPS] 114,08 114,91


Eine leichte Tendenz für das 3500+ Modell in 90nm ist zu erkennen, doch liegen die "gemessenen" Vorsprünge meist noch unter einem Prozent - praktisch also mehr als irrelevant. Möglicherweise hat AMD beim Shrink des Prozessors leichte Verbesserungen an den Latenzen des Speichercontrollers umsetzen können, was zu diesem hauchdünnen Vorteil im Vergleich zum NewCastle-Kern führt.


Fazit

Nach diesen Testserien müssen wir AMD ein Kompliment aussprechen. Zwar kommt der in 90nm gefertigte Prozessor mit keiner erweiterten Featureliste in den Segmenten Cache oder Befehlssätzen daher, doch sind die eigentlichen Features dieses DIE-Shrinks beachtlich: Deutlich reduzierte Leistungsaufnahme bis in Bereiche, die man bei leistungsfähigen Desktop-Prozessoren schon seit Jahren nicht mehr antreffen konnte. Eine Leistungsaufnahme von knapp unter 40 Watt ist auf diesem Segment seit Pentium III Zeiten mehr oder minder Utopie gewesen.


AMD Athlon 64 3500+ in 90nm Fertigung


Die gemeinsame Entwicklung zwischen IBM und AMD brachte also für den Hersteller erhebliche Vorteile. Durch den gelungenen DIE-Shrink, bei welchem die Leckströme nicht überhand nahmen, hat man die Basis geschaffen, nach und nach die gesamte Produktion auf 90nm umzustellen. Dadurch reduzieren sich die Kosten ebenso, wie durch den Umstand, dass man aus einem Wafer mehr Cores gewinnen kann, weil der Verschnitt geringer wird.

Wie lange man den Winchester-Kern im Markt überhaupt noch sehen wird, ist dagegen fraglich. AMD plant für das erste Halbjahr die Einführung der San Diego und des Venice Cores. Beide sind ebenfalls in 90nm SOI gefertigt, verfügen dann aber über die SSE3-Befehlssatzerweiterung, so dass der Venice-Core vermutlich den Winchester-Core über kurz oder lang vollständig ablösen wird.


[pg] & [ju] 13. Februar 2005


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