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AMD Athlon 64 3500+ in 90nm Fertigung

Intro

Frisch ist das Thema 90nm Fertigung bei AMD zurzeit sicherlich nicht mehr - doch so richtig "gar" ist es wohl auch noch nicht. Als die Texaner im Oktober 2004 ihre Athlon 64 4000+ und FX-55 Prozessoren vorstellten, fand auch die stille Markteinführung von Prozessoren für den Sockel 939 in 90nm Fertigungstechnologie statt. Man präsentiert seit dem auf der Verkaufsliste einen Athlon 64 3000+, 3200+ und 3500+ für den Sockel 939 - darüber findet sich bei dieser Fertigung nichts, darunter natürlich auch nichts. Warum auch immer AMD diese Einführung so still anlegte, es wird das Geheimnis des Herstellers bleiben - Understatement sind wir allerdings eher weniger von Texanern gewohnt ;).

Nun ranken sich seit Einführung der neueren Athlon 64 Prozessoren in der geschrumpften Fertigung doch einige Gerüchte im World Wide Web über diese. Von Leistungsaufnahmen kaum höher als bei Mobil-CPUs ist die Rede, das "Übertaktungswunder" schlechthin soll durch diesen DIE-Shrink geboren worden sein, die Performance soll gestiegen sein und doch scheitern dann schließlich einige Motherboards durch den Einsatz dieses Prozessors?


AMD Athlon 64 3500+ in 90nm Fertigung


Unser Muster des Athlon 64 3500+ befindet sich schon eine ganze Weile in unserem Haus, doch um all den "Sagen" um die neue Fertigungstechnologie bei AMD auf den Grund zu gehen, brauchten wir dann doch ein wenig länger, bis alle technischen Voraussetzungen geschaffen waren.

Nun ist es aber soweit: Sehen wir von Performance, Kompatibilität und Übertaktung ab, galt es die Hürde der Leistungsaufnahme der Prozessoren zu nehmen und nachdem dies in unserer Technik-Abteilung umgesetzt werden konnte, wollen wir dann auch unsere "2 Cents" zum Thema "Winchester" beisteuern, denn mit dem Thema Leistungsaufnahme steht und fällt mehr oder minder zurzeit jeder Prozessorartikel - es ist das Thema Nr. 1 der Presse, seit Intels Shrink auf 90nm. Erhebliche Leckstromprobleme sorgten dort dafür, dass der Shrink mit teils deutlich gestiegenem Stromverbrauch und natürlich somit hohen Kerntemperaturen verbunden war - einem Problem, welchem Intel auch derzeit noch durch Optimierung der Fertigungsabläufe entgegenwirkt.


AMDs Winchester

AMD hat bislang im Dresdner Werk die Entwicklung und Fertigung seiner 130nm Modelle mit Codenamen Sledgehammer, Clawhammer und NewCastle vollends eigenständig vorgenommen. Bei der Entwicklung des, auch in Dresden gefertigten, 90nm Core bediente man sich der Mithilfe von IBM, welche auch für Apples jüngsten 90nm Prozessor verantwortlich waren. Die kürzlich von beiden Unternehmen vermeldeten Erfolge bei der Weiterentwicklung von Strained-Silicon-Transistortechnologien kommt bei den derzeitigen 90nm AMD Prozessoren jedoch noch nicht zum Einsatz. Diese werden weiterhin in SOI (Silicon on Insulator) gefertigt, eben "nur" in geschrumpfter Strukturbreite.

Kleinere Strukturbreiten gingen in der Vergangenheit häufiger mit der Bündelung neuer "Features" einher: Hier mehr Level 1 oder Level 2 Cache, dort neue Befehlssätze. Alles in allem wurde dann der frisch gebackene Prozessor häufig mit großem Tamtam der Öffentlichkeit vorgestellt. Im Falle der 90nm Fertigung von AMD trifft dies aber alles nicht zu. Der unter dem Codenamen Winchester geführte Kern besitzt im Vergleich zu seinem "NewCastle"-Vorgänger keine neuen Features - eventuell der Grund, warum AMD das Produkt eher unauffällig seiner Produktpalette hinzufügte.


AMD Athlon 64 3500+ in 90nm Fertigung




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