Der VIA K8T890 Chipsatz (Fortsetzung)
Sei es wie es will, VIAs Papiere, auch das Blockdiagramm sprechen von einigen wesentlichen Änderungen:
Da hätten wir zu allererst die erste externe High Definition Audio Umsetzung im Markt. Mit der Vorstellung der Intel 915/925 Chipsätze, präsentierte Intel einen neuen, offenen Standard für Audio, welcher höchst vielversprechend auf dem Papier war (Praxis Erfahrungen folgen in Bälde). Dieser Standard ist sogar so vielversprechend, dass Soundkartenhersteller um die Einstampfung gewisser Audiokarten-Serien fürchten müssen. Damit, auch unter Betrachtung des Blockdiagramms, folgern wir, dass VIA ihre bisher PCI-gebundene Vinyl Audio-Lösung HDA-fähig gemacht und in die Southbridge integriert hat. Wir dürfen auf die erste entsprechende Umsetzung in der Praxis gespannt sein.
Im nächsten Punkt der Neuerungen muss man VIAs vier native SATA Umsetzungen nennen. Waren unter Verwendung der VT8237 bisher nur reale zwei SATA und zwei PATA Ports möglich, so reden wir nun von vier SATA plus zwei weiter vorhandenen PATA Anschlüssen. Das bisherige VIA Sata-Lite hätte zwar vier SATA Schnittstellen geboten, allerdings zu Lasten eines PATA Ports. Damit schließt VIA zu NVIDIAs nForce3 250 Chipsatz auf, welcher über einen Bridge Chip ebenfalls vier vollwertige, native SATA Ports bietet.
Bleiben wir bei Änderungen zum VT8237, so verspricht VIA ebenfalls eine native, integrierte Gigabit Ethernet Lösung in der Southbridge. Den uns vorliegenden Unterlagen zu Folge, favorisiert man aber eher die PCIe Anbindung an die Northbridge, so dass wir vermuten, eher weniger GbE Umsetzungen am Peripherie Controller in der Praxis anzutreffen.
Darüber hinaus blieb eigentlich alles beim alten, abgesehen von den zwei weiteren 1x PCIe Lanes, die integriert wurden, so dass dieser Chipsatz, in Kombination Northbridge & Southbridge, insgesamt und maximal 22 PCIe Lanes handhaben kann.
Schlussworte
Mehr oder minder dürfte man vorerst nicht mit weiteren Überraschungen beim neuen VIA Sprössling rechnen. Allenfalls mit unangenehmen Neuigkeiten, eventuell dieserart, dass die VT8251 Southbridge sich doch verzögert, oder dass GbE im Peripherie Controller doch nicht nativ integriert ist.
In ca. zwei Wochen will VIA seine ersten Referenzboards, basierend auf diesem Chipsatz auf Tour schicken. Bis zum Erscheinen von Mainboards der Massenproduktion geht man beim Hersteller derzeit von etwa Ende Oktober bis Mitte November aus. Wer es nun letztendlich schaffen wird, den ersten PCIe Chipsatz für den Athlon 64 im Markt zu präsentieren, das bleibt abzuwarten, denn ohne viele Worte könnte eventuell sogar NVIDIA mit ihrem Produkt noch knapp zuvor präsent sein.

Fakt bleibt, dass VIA von den Eckdaten her, mit dem neuen Chipsatz durchaus zu einem Ausgleich der derzeitigen Feature-Rückstände zum nForce3 250GB sorgen kann. Zwar würde man über keine Hardware-Firewall verfügen, doch wären, laut VIA, vier SATA nativ Schnittsellen auch ohne Bridge-Chip möglich und zudem würde man HDA (High Definition Audio) in der Angebotsliste führen. Wir müssen uns also letztlich überraschen lassen.
Tatsache bleibt, dass die K8T890 Northbridge eben auch mit dem älteren VT8237 Peripherie Controller kombiniert werden kann. Dieser Umstand lässt möglicherweise aufhorchen und zwar dahin gehend, dass sich gegebenenfalls erst einmal Plattformen mit dem alten Controller im Markt finden werden, bevor es Angebote mit dem neuen Feature-Set geben wird. Allerdings haben wir bislang keine Informationen erhalten, dass VIA im Verzug mit der neuen VT8251 Southbridge ist. Doch dies mag nichts bedeuten. Also auch hier: Lassen wir uns überraschen.
[pg] 24. September 2004
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Update vom 27. September 2004
Am vergangenen Freitag präsentierten wir unser kleines Preview zum VIA K8T890 Chipsatz, doch blieben noch gewisse Fragen offen, insbesondere was die Kombination der neuen Northbridge mit dem neuen Peripheriecontroller VT8251 betrifft, oder aber die Umsetzung von NVIDIAs SLi. Unsere Kollegen von K-Hardware haben noch einmal Rücksprache mit dem Hersteller VIA genommen und dabei wesentliche Informationen zu diesen Punkten erfahren können.
So war zu erfahren, dass die neue VT8251 Southbridge, die vielversprechend mit vier nativen Serial-ATA Schnittstellen, zwei PCIe-Lanes, High Definition Audio und evtl. sogar nativem Gigabit Ethernet, vorerst den Weg zum Kunden noch nicht finden wird. Ein exaktes Einführungsdatum war noch nicht zu erfahren. Unsere Vermutung, dass die ersten K8T890 Plattformen mit dem älteren VT8237 Controller kombiniert werden, bestätigte VIA gegenüber K-Hardware.
Darüber hinaus wird es beim K8T890, der nur über 20 PCIe Lanes verfügt, keinen SLi Support geben. Dieser bleibt dem K8T890 Pro Chipsatz vorbehalten, der dann mit 24 PCI Express-Leitungen in der Northbridge aufwarten wird und SLi in der Umsetzung 16 + 8 Leitungen ermöglicht. In diesem Falle wären dann beim K8T890 Pro jedoch alle PCIe Lanes der Northbridge belegt. Eine dortige Anbindung von beispielsweise GbE über PCI Express, wäre nicht mehr möglich. Die Pro Variante wird wohl ausschließlich mit dem VT8251 Controller kombiniert, welcher dann noch zwei weitere PCIe Lanes zur Verfügung hat. Für den K8T890 Pro Kandidaten gilt, wie auch beim VT8251 Peripherie Controller: Einführungsdatum noch ungewiss.
Update vom 5. Oktober 2004
Als wirklich ein wenig verwirrend dürfen wir zwischenzeitlich die Vorstellung des neuen VIA K8T890 Chipsatzes bezeichnen. Mussten wir kurz nach der Veröffentlichung unseres Previews bereits einen Nachtrag mit neuen Informationen verfassen, so zeigt sich nun, dass diese Informationen doch noch immer nicht korrekt waren und so sitzen nunmehr am zweiten Nachtrag.
Wieder einmal geht es um den K8T890 Pro Chipsatz und die Umsetzung der SLi Möglichkeit. Sprachen unsere letzten Informationen davon, dass hier 24 PCIe Leitungen zur Verfügung stehen, müssen wir heute mitteilen, dass dies nicht der Fall ist. Wie uns von VIA nun auf Nachfrage mitgeteilt wurde, wird der K8T890 Pro vorerst nur mit 20 PCIe Leitungen in der Northbridge antreten. Dies hat natürlich zur Folge, dass bei einer SLi-Umsetzung lediglich eine Kombination von 16 + 4 Leitungen möglich ist, wobei die zweite Grafikkarte dann im Prinzip lediglich die Bandbreite von runden 1 GB/s zur Verfügung hätte, vergleichbar mit dem AGP 4x Standard. VIA sieht die Kombination 16 + 4 als absolut ausreichend, im Hinblick auf die Bandbreite an.
Darüber hinaus schätzt man den Anklang von SLi im OEM oder Endkundengeschäft nicht derart hoch ein, bzw. erwartet hier eher keinen Boom. Sinn dürfte es aus Sicht des Herstellers für die SLi Umsetzung im Workstation Segment geben, weshalb man auch ihre Möglichkeit der Ansteuerung von vier Monitoren gleichzeitig bewirbt.
Doch ob nun vier oder acht zusätzliche Leitungen für die SLi Umsetzung verwendet werden, de Facto fallen dann weitere PCIe Anschlüsse an der Northbridge weg. Und in der Kombination mit der VT8251 Southbridge, blieben dann dort lediglich noch zwei freie Leitungen, zur Umsetzung von x1 PCIe Steckplätzen über. Beworbene Optionen wie die Anbindung von GbE über PCIe, unmittelbar an die Northbridge wären dann nicht mehr möglich. Wir dürfen gespannt sein, wieviele Mainboardhersteller überhaupt entsprechende SLi fähige Produkte anbieten werden.
Darüber hinaus teilte uns VIA noch mit, dass der K8T890 Pro Chipsatz, welcher in Kombination mit VT8251 vorgesehen ist, in diesem Monat in die Massenproduktion geht und mit ersten Produkten im November gerechnet werden kann.