Intro
Was lange währt wird endlich gut. So oder so ähnlich könnte man möglicherweise am heutigen Montag meinen, denn schlussendlich präsentiert Hersteller NVIDIA heute noch einen neuen Chipsatz für den Athlon XP. Dabei ist die Bezeichnung "neu" eventuell etwas schlecht gewählt, denn im Prinzip gibt es den nForce2 400 Chipsatz schon eine Weile.
Neu ist allerdings die Southbridge dieses Chipsatzes. MCP (Multimedia Communications Processor) nennt NVIDIA seine Peripherie Controller und den heute zu behandelnden Chip wollen wir einfach einmal MCP-S nennen. Wir müssen uns hier etwas wage ausdrücken, fehlen uns zu den exakten Bezeichnungen seitens des Herstellers momentan einfach noch Informationen. Folgte man den älteren, internen Roadmaps von NVIDIA, so dürfte der heute vorzustellende Chip gar die Bezeichnung MCP-S1000 tragen.

Doch warum sollte es noch erforderlich sein, heute einen neuen Sockel A Chipsatz für AMD Athlon XP Prozessoren vorzustellen? Zu diesem Thema kann man durchaus geteilter Meinung sein. Gerade Mitbewerber VIA stellte erst kürzlich mittels des KT880 einen neuen Chipsatz für Athlon XP Prozessoren vor, welcher ebenfalls weit später den Markt erreichte, als ursprünglich erwartet. So sollte es damit weniger verwunderlich sein, warum NVIDIA heute erst ein Update zu ihrem bestehenden Dual-Channel Chipsatz für den Athlon XP präsentiert, denn glänzte der Kontrahent bislang immer wieder mit dem Feature, nativen S-ATA Support zu bieten.
NVIDIA hat schon eine ganze Weile Planungen zu einem Peripherie Controller mit ähnlichen Fähigkeiten und eigentlich sollte die Lösung schon mit der Einführung von nForce3-Plattformen präsentiert werden. Doch gut Ding will eben Weile haben. Der auf der CeBIT 2004 anzutreffende nForce3 250Gb Chipsatz bot diese Optionen und somit war es eigentlich nur noch eine Frage der Zeit, bis Hersteller NVIDIA den passenden Peripherie Controller für die nForce2 Chipsätze liefern kann.
Der nForce2 Ultra 400Gb Chipsatz
Bereits aus unserem Intro geht hervor, dass man seitens des heutigen Chipsatzes lediglich mit Veränderungen bei der Southbridge rechnen darf. Die Northbridge hält keine Überraschungen parat und ist weiterhin gerüstet mit AGP 8x, 200 MHz (DDR) FSB Support, sowie Zwei-Kanal DDR400 Speichercontroller. Die Anbindung zur Southbridge erfolgt weiterhin mittels Hyper-Transport. Eine Unterstützung für PCI Express gibt es nicht, wird es aber anscheinend bei keinem derzeitigen bzw. geplanten Athlon XP Chipsatz geben.
Beim MCP gibt es allerdings gravierende Änderungen. Hatte sich NVIDIA mit der Vorstellung des MCP-T Controllers bereits höchst innovativ gezeigt, so war es dennoch an der Zeit für Veränderungen. Unsere intern vorliegenden Informationen sind leider in diesem Punkt nicht vollends eindeutig, so dass wir hier anfänglich spekulieren mussten. Inzwischen lässt sich aber bestätigen, daß entgegen der offiziellen NVIDIA-Dokumente sowohl die Dolby Digital Einheit als auch das Firewire Feature beim MCP-T Controller weggefallen sind.
Hinzu gesellen sich dafür dann aber Gigabit Ethernet, Serial ATA und eine integrierte Hardware-Firewall. Diese Konstellation bezeichneten frühere Roadmaps als MCP-S1000 und im Prinzip treffen wir diese Funktionen so auch in der aktuellen Single-Chip Lösung beim nForce3 250Gb an. Die Southbridge-Features des nForce2 Ultra 400Gb sind demzufolge also gleich zu denen des nForce3 250Gb.
Gigabit Ethernet
NVIDIA ist mit dieser Umsetzung praktisch der erste Hersteller, welcher nativen Support von Gigabit Ethernet bietet. Bislang waren die 10/100/1000 MBit Ethernet Lösungen praktisch alle über den PCI-Bus angebunden. Ausnahme war Intel mit ihren 875 und 865 Chipsätzen, welche die Möglichkeit boten, einen Intel eigenen Chip über CSA unmittelbar an die Northbridge anzuflanschen.
Dennoch, NVIDIA präsentiert hier als erster Hersteller eine in die Southbridge integrierte Gigabit Ethernet Lösung, welche direkt über die Hyper-Transport Anbindung mit der Northbridge kommuniziert und damit den Flaschenhals PCI-Bus mit maximalen 133 MB/s umschifft. In der Praxis trafen wir mit dieser Lösung auf keine Probleme, vielmehr zeigte sich eine leistungsfähige Netzwerkverbindung.