High Definition Audio
I. Allgemeines
Mit der Einführung der ICH6 wird auch ein neuer Audiostandard eingeführt. Hinter diesem profanen Satz verbergen sich jedoch tiefgreifende Erweiterungen und Änderungen. Allen voran wird mit Intel High Definition Audio, Codename Azalia, der bisherige PC-Audio "Standard" AC97 abgelöst. Standard in Anführungszeichen deswegen, weil es kein Standard im eigentlichen Sinn war. Viele Köche waren an diesem Menü beteiligt, Stabilität und Funktionalität in dieser auf 6 Kanäle begrenzten Audiolösung hingen maßgeblich vom Implementations-Eifer und Supportwillen des jeweiligen Herstellers ab. Faktoren, die sich einer industrieweiten Standardisierung entgegenstemmten.
Intel hat dem nun ein Ende bereitet: Der König ist tot, es lebe der König - und der neue heißt High Definition Audio, oder kurz HDA. Mit durchaus noblen Gesten: Azalia will ein offener Industriestandard sein, ohne Lizenzabgaben (!) für die beteiligten Akteure. Die Spezifikation regelt hierbei die Implementation von Audio Controller, Codec und Zusammenspiel der Komponenten auf dem Mainboard. Die Einführung einer flexiblen, standardisierten Architektur soll zukünftige Erweiterungen in Sachen PC-Audio ermöglichen, mit einer möglichst kurzen Reaktionszeit seitens der Hersteller, um mit Neuem schnell am Markt präsent zu sein. Damit nicht genug: Auch die Software soll vereinfacht werden, ein sogenanntes "common software model" mit nur einem einzigen Bustreiber soll den Software-Wirren Einhalt gebieten.
Was sind die Features des neuen Audiostandards?
- Hohe Signalqualität durch 24bit/192KHz Abtastrate für DVD-Audio (96KHz Multikanal)
- Unterstützung von bis zu 8 Kanälen
- Erweiterte und verbesserte Abhörumgebungen (Dolby Digital 5.1/6.1/7.1)
- Neue Audioformate (SACD, DVD-Audio, DTS, THX Surround EX)
- Verbesserte Qualität für Sprachsignale ( VoIP, Spracherkennung)
- Erweitertes Plug-and_Play über Jack Sensing für angeschlossene Audiogeräte
- Multi Streaming Fähigkeiten ( optimierte Bandbreite für voneinander unabhängige Audioprozesse)
- Einfacheres, einheitliches Treibermodell (Microsoft UAA / HDA Bus-Treiber)
Aber was steckt nun dahinter, hinter dem "Audio der dritten Generation"? Eine kurze Gegenüberstellung von AC97 und HDA gibt hier erste Auskunft:
| AC 97 |
High Definition Audio |
Vorteile
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| 20bit, 96KHz, 6 Kanäle |
24bit, 192KHz, max.8 Kanäle |
verbesserte Klangqualität
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| Bandbreite max. 11,5Mb/s |
Theoretische max. Bandbreite von 48Mb/s (SDO) |
Mehr Bandbreite für mehr Kanäle bei höheren Abtastraten
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| Feste Bandbreitenzuweisung |
Dynamische Zuweisung der Bandbreite |
Bandbreite wird dort zur Verfügung gestellt, wo sie auch sinnvoll / notwendig ist
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| Single-Stream Unterstützung |
Unterstützung für mehrere Streams |
Unterstützung für neue Digital Audio Anwendungen im Heim- und Bürobereich
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| Taktgenerierung durch den Audio Codec |
Taktgenerierung durch die ICH |
Einzelne, hochqualitative Takterzeugung für exakte Synchronisierung der Quellen
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| Stabilität der Software abhängig vom jeweiligen Hersteller der Audiohardware |
Microsoft Bus Treiber Architektur |
Nur ein Bustreiber für erhöhte Betriebssystem Stabilität
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| Erkennung von Endgeräten an den Anschlussbuchsen |
Erweiterte Erkennung von Endgeräten an den Anschlussbuchsen |
Unterstützung für vollständiges Plug-and-Play der angeschlossenen Audiogeräte
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| Unterstützung für max. 2 Mikrofone |
Unterstützung für bis zu 16 Mikrofonen |
Verbesserte Spracherkennung
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Erweiterte Mehrkanaltechnik
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(Multi-Miking), multi modale
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Interaktionen mit dem PC
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Echo Unterdrückung in akustisch komplexer Umgebung
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Der Sinn einer Erweiterung auf 16 Mikrofonkanäle mag ja noch nicht jedem direkt eingängig sein, spätestens bei der Unterstützung von modernen Audioformaten wie DVD-Audio, SACD, DTS und Dolby wird mancher Endanwender zustimmend nicken. Auch die technischen Daten bezüglich der Auflösung / Abtastrate überzeugen: 24bit bei 192KHz 2-kanalig bzw. 96KHz 8-kanalig bei Signal/Rauschabständen von >=90dB lassen auf ein wahrlich highendiges Audioerlebnis hoffen.
Doch auch der Businessbereich (Büroanwendungen) profitiert: Telefonieren via Internet (VoIP) und Konferenzschaltungen werden bei zwei Kanälen in 16bit Auflösung und 48KHz Abtastrate dank HDA nun in CD-Qualität möglich. Das ist was ganz anderes als das bislang gewohnte Gekrächze aus dem Telefon aufgrund einer Audiobandbreite von knapp 4KHz!
Eine kritische Anmerkung ist hier jedoch angebracht: Die wirkliche Audioqualität hängt maßgeblich von der Umsetzung der Audiolösung und der Layout-Qualität des jeweiligen Mainboards ab. Wird hier halbherzig gearbeitet, sind schlechter Signal/Rauschabstand, tonale Artefakte und erhöhter Klirr zu erwarten, die den Hörgenuss drastisch schmälern dürften. Qualitative Abweichungen von Board zu Board werden hier also zu erwarten sein.