Intro
In unserem vergangenen Artikel zu Intels Sockel 775 Plattformen hatten wir den "ersten Kontakt" mit DDR2 Speicher. Mit der Einführung der neuen Intel-Plattformen findet die neue Speichertechnologie praktisch den ersten Unterbau im Desktopbereich. Doch noch bevor die DDR2-Speichertechnik als Hauptspeicher für PC-Systeme überhaupt den Markt erreichte, konnte man vielerorts bereits lesen, dass die neue Technik gerade im Bereich Performance nicht mit dem bisherigen DDR1-Standard mithalten werden könne.
Wir hatten ausführlich die Funktionsweise der neuen Technologie behandelt und danach war theoretisch klar, woher diese Aussagen resultierten. Leider hatten wir im Test zu den neuen Sockel 775 Plattformen nicht genügend Zeit, uns eingehender mit Praxisüberprüfungen zu befassen. Wir konnten feststellen, dass DDR2/400 gegenüber DDR1/400 durchaus langsamer war, jedoch waren unsere ersten Ergebnisse des DDR2/533 Speichers - verglichen mit DDR1/400 - durchaus positiv.

Von daher wollten wir der Leistungsfähigkeit von DDR2/533 noch einmal ausführlich nachgehen und haben mehrere Testdurchläufe in verschiedensten Konfigurationen gestartet und dabei durchaus interessante Feststellungen gemacht. Die Frage, ob DDR2/533 besser ist als sein Ruf, galt es somit zu klären. Doch gestaltete sich dies teils deutlich schwieriger als erwartet und lässt sich letztendlich derzeit nur an den einzig verfügbaren Plattformen (Intel Sockel 775 915/925 Chipsätze) festmachen.
DDR2 Speichertimings
Ein interessanter Umstand bei den erneuten Tests mit DDR2/533 war die Tatsache, dass es uns nun möglich war, auch mit anderen als den spezifizierten Latenzen zu arbeiten. Hier hatten wir einige Mühe im ersten Anlauf zum Launchartikel. Woran dies letztlich lag, sei einmal dahingestellt; wir haben den ersten Grafikkartentreiber im Verdacht. Aber die schlechteren Latenzzeiten bei DDR2 Speicher sind natürlich eines der Mankos, welches man der neuen Technologie gegenüber dem bislang bewährten DDR1 Standard entgegenhält. Gemäß Spezifikation sind dort die schnellsten DDR1/400 Module mit 2,5-3-3-8, die langsamsten mit 3-4-4-8 im Markt anzutreffen. Darüber hinaus gibt es allerdings auch so genannte LowLatency-Module, also Produkte, welche mit geringeren Latenzen als den spezifizierten betrieben werden können.
Allen Unkenrufen zum Trotz - so schlecht sehen die JEDEC Spezifikationen für DDR2 verankert in der JESD-79-2(A) Spezifikation verglichen mit DDR1/400 eigentlich nicht aus:
| DDR2 Latenzen |
tCL (CAS Latency) |
tRCD (RAS to CAS Delay) |
tRP (RAS Prechage Time) |
tRAS (RAS Active Time / Active to Precharge) |
| DDR2/400 |
3 |
3 |
3 |
12 |
| DDR2/400 |
4 |
4 |
4 |
12 |
| DDR2/533 |
3 |
3 |
3 |
12 |
| DDR2/533 |
4 |
4 |
4 |
12 |
| DDR2/533 |
5 |
5 |
5 |
12 |
| DDR2/667 |
4 |
4 |
4 |
12 |
| DDR2/800 |
? |
? |
? |
? |
Auf die Bedeutung der einzelnen Timingparameter möchten wir an dieser Stelle nicht eingehen. Dies haben wir bereits hier erläutert. Auch weitere Details der DDR2 Technologie wie Posted CAS oder ODT wollen wir nicht erneut abhandeln, da wir die Besonderheiten (positiv wie negativ) von DDR2 bereits im Sockel 775 Launch-Artikel besprochen haben. Unser Augenmerk richtet sich heute eher "simplen" Dingen. Betrachten wir uns also die Informationen der vorstehenden Tabelle.
Ab wann man im Markt ebenfalls DDR2/533 Speicher mit den bestmöglichen Latenzen von 3-3-3-12 gemäß Spezifikation antreffen wird, ist derzeit spekulativ. Die breite Produktion von DDR2 läuft eben erst an. Dennoch darf darauf verwiesen werden, dass die uns vorliegenden Corsair-Speicher bereits mit diesen Latenzen stabil im Zwei-Kanal Speichermode betrieben werden konnten, wenngleich der Hersteller diese offiziell nur für 4-4-4-12 freigibt.