Intro
Kalter Kaffee? Ohnehin alles klar? Ja, das möchte man meinen. Die immer wieder kehrende Frage verschiedener Anwender sollte eigentlich schnell beantwortet sein, denn die einschlägigen CPU-Reviews sprechen momentan eine recht deutliche Sprache und so bekommt der Fragende zumeist zur Antwort: "Willst Du spielen, dann nimm Athlon 64, willst Du Videos Encoden, dann nimm Pentium 4". Übersetzt würde das bedeuten, dass der Athlon 64 ungeeignet zur Videobearbeitung und der Pentium 4 ungeeignet zum Spielen ist?! Sicherlich nicht, aber ein wenig muss doch dran sein, wenn die Mehrzahl der Prozessor-Tests in Spielen dem Athlon 64 Vorteile von bis zu 20% bescheinigt und dem Pentium 4 in einigen Multimedia-Anwendungen Vorteile im Bereich von 10% attestiert?
Ein Zitat von Shakespeare ist hier womöglich treffend: "Etwas ist faul im Staate Dänemark". Stammleser werden es bemerkt haben, dass wir uns in den vergangenen Prozessor-Tests immer schwerer tun, kommen wir an den Punkt Benchmarks, denn irgendwie wird es langweilig, kennt man das Ergebnis schon im Vorfeld. Dieser Punkt zeigte sich für uns dann als Begin einer internen und später auch externen Diskussion mit Kollegen und Herstellern, aus welcher der heutige Test und dieser Artikel hervorging.
Das A und O eines Leistungsvergleichs ist und bleibt der Benchmark und filtert man einmal Leserzugriffszahlen in Berichten heraus, so stellt man fest, dass die begehrtesten Seiten eines Artikels die Einleitung, die Benchmarks und das Fazit sind. Mit diesem Wissen muss sich dann allerdings ein Hardware-Magazin entsprechend vorbereiten, welche Vergleiche man anstellt und zeigt, denn letztlich spricht man aus den Erfahrungen aus den Benchmarks dann in den Schlussworten Empfehlungen an die Leser aus.

In der schon vorgenannten Diskussion kam uns dann der Verdacht auf, dass wir gerade in den Prozessorentests der Vergangenheit Fehler in der Wahl der Anwendungen und letztlich dann auch in der Auswertung getroffen haben könnten. Und eine fehlerhafte Auswertung hätte natürlich auch falsche Empfehlungen zur Folge. Um herauszufinden, ob wir mit unserem Verdacht richtig oder falsch lagen, haben wir neue Vergleichsserien gestartet, die überwiegende Zahl der Anwendungen beibehalten, doch das Testumfeld gewechselt, denn der Fehler, wie wir meinen, liegt in den klinisch aufgesetzten Testumgebungen, welche in einem alltäglichen Umfeld, ja sogar auf dem eigenen Rechner, niemals vorkommen wird.
Welcher Anwender setzt ein frisches Testsystem vor einem Komprimierungsvorgang auf, oder macht davor einen Neustart? Welcher Anwender nutzt ständig immer nur eine Applikation alleine und achtet tunlichst darauf, dass sämtliche anderen Programme geschlossen sind? Und noch interessanter wird es, wenn man sich mit den spielebegeisterten Usern unterhält. Die Fülle an heutigen Hintergrundapplikationen kann dabei durchaus mächtig sein, wie eine gestartete Umfrage ergab.
Schließlich leben wir im Multimedia-Zeitalter und zu Multimedia gehört auch Multitasking. Und da die Leistung der heutigen Systeme recht hoch ist, ist es eigentlich auch problemlos zu realisieren, gleichzeitig mehrere Anwendung offen zu halten und darin zu arbeiten. Doch all das kommt in keinem Test eines Hardware-Magazins vor, auch nicht in den unserigen - bisher jedenfalls ...