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Athlon 64 Motherboard Roundup II

Installation und Alltagsbetrieb (Fortsetzung)

Wir haben noch keine letzte und schlüssige Erklärung parat, warum die Mainboardhersteller hier teils solche Zugaben machen. Ist es ein Relikt aus Athlon XP Zeiten, in welchen es schon vorkommen konnte, dass eine etwas zu knapp gesetzte Spannung zu Systeminstabilitäten führte? Gibt es eventuell eine AMD Information, welche den Herstellern bekannt ist, uns aber nicht? An letzteres wollen wir nicht glauben, denn wir trafen auch schon Motherboards an, z.B. aus dem Sockel 940 Bereich, welche hier exakte Spannungen lieferten. Zudem setzten wir schon häufiger in unseren Tests, so auch in diesem, da wo es erlaubt war, die CPU-Spannung auf den AMD Defaultwert von 1,5V und testeten das System dann unter Last, ohne dass es zu Komplikationen kam.

Dass AMD mit der Cool'n'Quiet Option einen richtigen Schritt in Richtung Energieeinsparung, Geräusch- und Temperaturentwicklung machte, steht außer Frage. Die Mainboardhersteller müssten jetzt lediglich noch beachten, dass zu hohe Prozessordefaultwerte eben all dem entgegensprechen. Wir konnten die mit 1,6V laufenden Systeme unter Volllast, insbesondere die Sockel 939 Kandidaten, an Bereiche von bis zu 70°C Kerntemperaturen führen.

Ein wenig unser Sorgenkind in diesem Testbereich war das ASUS A8V, zumindest was die AI Optionen betrafen. Mit der verwendeten 1006er Final-BIOS Version führte die Wahl der AI Optionen dann zu teilweise deutlichen Spannungszugaben, mit einer späteren Beta-Version wurden diese Werte dann auf stolze 1,630V festgesetzt, doch leider trafen wir dann mit dieser Version Probleme bei den manuell gewählten Spannungen an, denn diese konnten wir ebenfalls nicht mehr wunschgemäß verändern. Hier besteht also noch ein wenig Nachbesserungsbedarf, denn dass bei einem Memtest86+ Speicherstabilitätstest plötzlich die Systemnotabschaltung wegen CPU-Überhitzung greift, sollte nicht üblich sein.

  Temperaturen & Monitoring

Dieses Kapitel bietet sich gerade sehr gut an, nachdem wir eben über die Spannungen von CPU und Speicher sprachen. Auf diesem Sektor ist die AMD Fangemeinde von Athlon XP Platinen her meist gewöhnt, dass ein Monitoring der Prozessorthermaldiode mittels Windowstools häufig scheiterte. Die Umsetzung des Überhitzungsschutzes ist inzwischen praktisch bei allen Boards hardwareseitig implementiert, doch oft über einen Attansic Chip umgesetzt worden, der ein Monitoring der gemessenen Temperatur nicht erlaubte.

Diesen Chip trifft man inzwischen auf fast keinem Athlon 64 Board mehr an. Das Monitoring und die Notabschaltung scheinen bei den Athlon 64 Prozessoren nun endlich auch, wie schon lange bei den Intel Vertretern, über die auf dem Board befindlichen LPCs realisiert worden zu sein.

Nun sind wir sicherlich keine Verfechter einer permanenten Temperaturüberwachung, wobei es wohl viele Anwender gibt, die das für erforderlich halten. In Anbetracht der manchmal zu hoch anliegenden CPU-Spannungen scheint zumindest ein einmaliger Blick auf die Kerntemperatur unter Last aber nicht unnütz.


Monitoring CPU Temperatur

Hersteller

Beschalteter Sensor

Temperaturen maximal / Besonderheiten

ABIT AV8
separater Winbond Chip
MBM kennt diesen nicht
unbekannt
67°C ermittelt über ABIT EQ Tools
ASUS A8V Deluxe

Winbond LPC

Winbond 2 (MBM)

65°C

MSI K8T NEO2 FIR
Winbond LPC
Winbond Diode 2 (MBM)
67°C
MSI K8N NEO2 Platinum
Winbond LPC
Winbond Diode 2 (MBM)
65°C
ASUS K8N-E Deluxe
ITE LPC
unbekannt
MBM erkennt LPC falsch
53°C ermittelt über ASUS Probe
Gigabyte GA-K8NS Pro ITE LPC Probleme bei der Überwachung von
ITE Diode 2
59°C; bei Lastentzug Abfall auf Minus-Temperaturen
MSI K8N NEO Platinum
Winbond LPC
Winbond 2 Diode
57°C


Durchweg interessant sind die ermittelten Temperaturwerte bei den Sockel 939 Plattformen unter Verwendung unseres Athlon 64 3800+, welche auch alle recht dicht beieinander liegen. Dem ASUS Kandidaten entzogen wir dabei einmal seine Auto-Spannung und setzten diese auf real gemessene 1,499V, was zum Ergebnis hatte, dass die Kerntemperatur unter Last noch maximal ca. 56°C betrug.

ABIT hat seine Umsetzung der Überwachung nicht über den LPC onboard vorgenommen, sondern verwendet hier ganz offensichtlich seinen µGuru Chip aus dem Hause Winbond, woran Motherboard Monitor scheiterte. Das ABIT eigene Tool konnte uns allerdings weiterhelfen.

Auch beim ASUS K8N-E Deluxe scheiterte das Tool Motherboard Monitor, welches inzwischen auch nicht mehr weiterentwickelt wird. Obwohl es auf einen ITE LPC traf, meinte es einen Winbond LPC erkannt zu haben. Eine Ermittlung eines Sensor, an welchem die Kerntemperatur anlag, war so nicht zu ermitteln. Hier half dann das ASUS Tool Probe weiter. Allerdings erschienen uns die ausgeworfenen Lasttemperaturen, verglichen zu den beiden weiteren Sockel 754 Kandidaten, etwas zu niedrig (gilt auch beim A8V). Dies muss letztlich nicht viel bedeuten. Wie AMD in ihren Papieren angibt, kann es je nach Umsetzung der Überwachungsmethode durchaus zu Toleranzen von 1 bis 5°C kommen.

Beim K8NS Pro von Gigabyte waren wir erstmal ein wenig erstaunt. Der Sensor ITE Diode 3 lieferte uns zwar recht schnelle Lastwechseltemperaturen, doch erreichten wir maximal 46°C, während unser externer Fühler an der Kühleraußenseite bereits 43°C ermittelte. Das Umschalten auf den Messsensor ITE Diode 2 brachte uns dann Werte von bis zu 59°C, die eher ins korrekte Bild passten. Doch leider stürzten die Ergebnisse bei Lastentzug dann bis in Minus-Bereiche.

Fassen wir unsere Informationen aus den beiden letzten Kapiteln einmal zusammen, so darf gesagt werden, dass der Athlon 64 Sockel 939 Prozessor von Haus aus wärmer wird als ein Sockel 754 Prozessor. Dies dürfte wohl auf den zweiten Speichercontroller im Prozessor zurück zu führen sein. Doch darf man auch sagen, dass auf sieben Motherboards die beiden Prozessoren über ihren Temperaturmöglichkeiten arbeiten mussten, einfach weil es von Haus aus ein wenig zu gut mit der CPU-Spannung gemeint wird. Eine Überwachung der CPU-Kerntemperatur scheint bei den neueren Sockel 754 und Sockel 939 Motherboards nicht mehr das ganz große Problem zu sein.



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