SLI Besonderheiten
I. Bandbreite
Wirklich neu ist SLI (Scalable Link Interface) nicht. Schon 1998 hat der eigentliche Entwickler 3dfx diese Möglichkeit bei seinen Voodoo2 Beschleunigern geboten. Inzwischen ging 3dfx wie auch deren Technologien zu NVIDIA über und nach sechs Jahren greift NVIDIA diese Möglichkeit mit seinem nForce4-SLI Chipsatz erneut auf.
Dabei setzt der Hersteller zur Umsetzung vollends auf PCI-Express, was mit seinen maximalen Bandbreitenangaben auf dem Papier dem Anwender weit höhere Leistungsfähigkeit in der Praxis verspricht. Dadurch, dass PCI-Express Full Duplex fähig ist, attestierte man bereits einer einzelnen Leitung 512 MB Bandbreite pro Sekunde. Als Vergleich: Die AGP 8x Spezifikation sieht maximal 2,1 GB/s vor, der betagte PCI-Bus lediglich 133 MB/s.
Regulär werden nun beim PEG (PCI Express for Graphics), dem neuen Steckplatz für Grafikkarten, 16 Leitungen zur Datenübertragung gebündelt, was nach unserer vorherigen Rechenaufgabe eine Bandbreite von 8192 MB/s im Up- und Downstream ergibt. Die leider jetzt schon vielerorts angenommene, irrige Ansicht, dass PCI-Express Grafikkarten bei Spielen somit viel schneller sind, ist grundlegend falsch, was wir in den späteren Praxisbetrachtungen noch einmal zeigen werden. (Anmerkung: die gesteigerte Bandbreite ist allerdings für sonstige, noch nicht am Markt erhältliche x1 PCIe Gerätschaften durchaus von Vorteil und zu begrüßen).
II. Hardwareumsetzung
Wie wir im vorangegangenen Kapitel bereits ausgeführt haben, verfügt der nForce4-SLI Chipsatz allerdings über lediglich maximal 20 PCI-Express Leitungen. Zwei vollwertige PEG Ports würden in der Theorie dann allerdings 32 Leitungen erfordern, was praktisch also nicht umzusetzen ist. Somit bedient sich NVIDIAs SLI Umsetzung weiterer Logik und einem "Trick", damit zwei PEG Slots realisiert und angesprochen werden können. Auf Motherboards mit diesem Chipsatz setzt NVIDIA einen Bridge-Chip ein, welcher erkennen soll, ob sich eine oder eben zwei PCIe Grafikkarten im System befinden.
![ASUS A8N-SLI Deluxe [NVIDIA nForce4-SLI Chipsatz]](/images/reviews/2004/asus_a8n_sli_deluxe/pcie_card.jpg)
Kommt eine einzelne PEG Karte zum Einsatz, so steuert dieser Chip die vollen 16 PCIe Leitungen zur Grafikkarte und stellt die volle Bandbreite zur Verfügung. Kommen allerdings zwei Grafikkarten dieser Art zum Einsatz, splittet der Chip die 16 Leitungen und stellt jedem Slot acht Leitungen zur Verfügung. Die Bandbreite bleibt, abzüglich etwas Verwaltungsaufwand, also weiterhin identisch. pro Karte gesehen halbiert sie sich natürlich.
Damit SLI auch funktionieren kann, benötigt es zwei identische Grafikkarten (also auch hinsichtlich der Architektur), da bei beiden Karten eine identische Lastverteilung der Aufgaben notwendig ist. Diese grundsätzliche Verteilung übernimmt die erste GPU des Systems, welche die Daten über den PCIe Link erhält und entsprechend an die zweite GPU weiterleitet. Das wiederum erfolgt mittels eines Adaptersteckers, welcher die beiden Karten verbindet und somit die Kommunikation ermöglicht.
![ASUS A8N-SLI Deluxe [NVIDIA nForce4-SLI Chipsatz]](/images/reviews/2004/asus_a8n_sli_deluxe/sli_modul.jpg)