Intro
Mit der Vorstellung des ASUS A8N-SLI Motherboards verwirklichen sich gleich mehrere, durch Anwender herbeigesehnte Umstände. Zum einen findet sich eine erste Plattform für AMD Sockel 939 Prozessoren am Markt ein, welche auch PCI-Express Grafikkarten unterstützt. Schon eine Weile präsentieren die beiden großen Grafikkartenhersteller ihre Neuentwicklungen erst einmal auf PCIe-Basis und neben vollmundigen Zahlen im Bereich Bandbreite ist die Marketingtrommel so gut gerührt, dass grundsätzlich auch Interesse an den Modellen für den neuen Steckplatz besteht.
Zum anderen trifft man nun erstmals eine käuflich zu erwebende Basis an, welche es erlaubt, gleich zwei Grafikkarten gleichzeitig als SLI-Gespann zu betreiben und verspricht damit dem Hardcore-Gamer die absolute Performance. Und zu guter letzt ergänzt Hersteller NVIDIA gleichzeitig auch das Feature-Set und verspricht noch ein paar Verbesserungen beim nForce4 Chipsatz, verglichen zum eigentlich noch jungen nForce3 250Gb bzw. Ultra Produkt. Für jeden sollte also etwas dabei sein, was zum Kauf oder zumindest zur Überlegung animiert.
![ASUS A8N-SLI Deluxe [NVIDIA nForce4-SLI Chipsatz]](/images/reviews/2004/asus_a8n_sli_deluxe/intro.jpg)
Natürlich darf man bei alledem gewisse Kulissenspiele nicht vergessen. Bislang schlugen sich die namhaften Hersteller NVIDIA und VIA lediglich mit Paperlaunches zu ihren PCI-Express Produkten herum. Und neben vollmundigen Ankündigungen der beiden zum neuen Featureset sowie zur Verfügbarkeit gesellte sich dann noch ATi mit ihrem ähnlich gelagerten Produkt Radeon Xpress200 dazu, alle mit der Zielsetzung, noch etwas zum Weihnachtsgeschäft bewegen zu können. Mit der heutigen Präsentation des ASUS A8N-SLI erreichte uns ein erstes, marktreifes Muster eines Athlon 64 PCI-Express Chipsatzes und so hat es zumindest den Anschein, dass im Kampf darum, der schnellste am Markt zu sein, NVIDIA die Nase knapp vorne hat.
Leider gehen "überstürzte" Produkteinführungen nur all zu oft zu Lasten des Endkunden, weshalb wir sehr darauf gespannt waren, ob der heutige Testkandidat Überraschungen für uns parat hielt. Wir haben uns in unserem Test also gleich mehreren Punkten zu widmen, nämlich ob der nForce4-Chipsatz überzeugen kann, wie sich SLI in der Praxis verhält und natürlich was das A8N-SLI Deluxe zu bieten hat.
Unser Dank gilt an dieser Stelle den Herstellern ASUS und NVIDIA für ihre Unterstützung bei der Realisierung dieses Tests.
Besonderheiten des NVIDIA nForce4-SLI Chipsatzes
Verglichen zum bisherigen Topprodukt von NVIDIA, dem nForce3 250Gb (Sockel 754) bzw. dem nForce3 Ultra (Sockel 939), bietet der neue nForce4 Chipsatz als Hauptmerkmal "nur" die Umsetzung von PCI-Express.
Bisherige Top-Merkmale wie die integrierte Hardware-Firewall und natives Gigabit Ethernet sind im neuen Chipsatz ebenso umgesetzt wie die Möglichkeit, die beiden IDE-Schnittstellen und die vier Serial-ATA Schnittstellen auch im RAID Verbund zu betreiben. Neuerung an letztem Punkt ist die Umsetzung dieser SATA-Ports gemäß Serial-ATA II Spezifikation, die mit gesteigerter Bandbreite, aber auch Native Command Queing, wirbt. Zudem erweiterte NVIDIA die maximal möglichen USB-Schnittstellen um zwei weitere Ports auf insgesamt 10.
Dabei gilt es aber zu beachten, dass NVIDIA drei entsprechende Produkte in der nForce4 Familie bietet, wovon sich der reguläre nForce4 ohne Ultra oder SLI Erweiterung in der Namensgebung deutlicher an das Einsteiger bzw. OEM Segment richtet.
| Features |
nForce4 SLI |
nForce4 Ultra |
nForce4
|
| CPU |
Athlon64 / Athlon64 FX Sockel 939 |
Athlon64 / Athlon64 FX Sockel 939 |
Athlon64 / Sempron Sockel 754
|
| PCI Express /Lanes |
20 configurable Lanes |
20 fixed lanes (16,1,1,1) |
20 fixed lanes (16,1,1,1)
|
| SLI Dual GPU Support |
Ja |
Nein |
Nein
|
| USB 2.0 Ports |
10 |
10 |
10
|
| Serial ATA II |
Ja |
Ja |
Nein
|
| Serial ATA / IDE Laufwerke |
4 /4 |
4/ 4 |
4 / 4
|
| RAID 0, 1, 0+1 ""Cross Controller"" |
Ja |
Ja |
Ja
|
| Natives Gigabit Ethernet / nVIDIA Firewall 2.0 |
Ja / Ja |
Ja / Ja |
Ja / Ja
|
| Secure Networking Engine |
Ja |
Ja |
Nein
|
| nTune Performance Utility |
Ja |
Ja |
Ja
|
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Bei der "normalen" nForce4 Umsetzung verzichtet NVIDIA also auf die angesprochene Hardware-Firewall, zusätzlich auf die Serial-ATAII Umsetzung, was ein solches Produkt zwar ein wenig einschränkt, es allerdings nicht zu einem schlechteren Chipsatz degradiert. Denn nicht jeder Anwender wird Wert auf die genannten Optionen legen.
In allen drei Fällen stehen dem Chipsatz prinzipiell 20 PCI Express Leitungen zur Verfügung, doch vollwertig sind diese nur bei der SLI Variante zu nutzen. Die Versionen nForce4 und Ultra können maximal vier PCIe Geräte verwalten und da ein PEG (PCI Express for Graphics) Port bereits 16 Leitungen für sich beansprucht, bleiben eben dort nur noch drei weitere Geräte zur Anbindung übrig.
Weitere, allgemeine Informationen zu den Chipsätzen haben wir hier bereits geliefert, so dass wir diese Thematik heute nicht weiter vertiefen möchten.