Intro
Lange Zeit wurde in der Hardwareszene über AMDs Hammer-Prozessoren berichtet und spekuliert, längst bevor es solche Modelle seitens des Herstellers überhaupt käuflich zu erwerben gab. Schließlich fanden sich die ersten dieser 64-bit fähigen Prozessoren mit integrierten Speichercontrollern dann im April 2003 erst einmal in Form der Opteron Familie für den Serverbereich ein. 940 Pins besaß eine solche CPU und setzte auf, für Server nicht ungewöhnlich, registered DDR-Speicher.
Es sollte dann noch bis September 2003 andauern, bis AMD letztendlich auch die heiß erwarteten Desktop-Varianten vorstellte. Teils als Schachzug und Notlösung betrachtet, war der Umstand, dass das Flaggschiff der Desktop Prozessoren, genannt Athlon FX, ebenfalls auf einem Sockel 940 sein zuhause fand und grundsätzlich identisch in den Merkmalen einem Opteron-Server Prozessor war. Die eigentlichen Athlon 64 Desktop-Modelle verfügten zwar ebenfalls bei Einführung über satte 1 MB Level2 Cache, warteten allerdings "lediglich" mit einem Speichercontroller auf. Mit lediglich 754 Pins fanden diese CPUs in weit günstigeren 4-Lagen Mainboards ihr zuhause und beherrschten die AMD eigene Stromsparfunktion Cool'n'Quiet, was den Opteron und Athlon FX-CPUs vorenthalten blieb.
Teils verhalten reagierte man auf die Sockelvielfalt seitens der Hardware-Magazine, aber auch der Käufer und insbesondere der Umstand, dass bereits ein dritter Sockel mit 939 Pins in Planung war und für Anfang 2004 erwartet wurde, verstärkte diese Reaktion noch mehr. Dem Sockel 939 und den dazu passenden Athlon 64 Modellen attestierte man im Vorfeld bereits bessere "Marktakzeptanz". Unbuffered Speicher trotz Zwei-Kanal Speichercontroller und lediglich 4-Lagen Motherboards: Der Allrounder unter den drei Varianten also.

Heute, am 1. Juni 2004 ist es nun soweit. Nach etwas mehr als acht Monaten seit Einführung der AMD 64-bit Desktop Prozessoren präsentiert der Hersteller seine jüngsten CPU-Varianten und einen neuen Prozessorsockel. Insgesamt vier neue Modelle stellt AMD heute offiziell vor, wobei es sich beim Athlon 64 3700+ um eine mit 2.4 GHz taktende Variante mit 1 MB L2-Cache für den Sockel 754 handelt. Die weiteren Modelle, ein Athlon FX-53, ein Athlon 64 3500+ und ein Athlon 64 3800+ sind Sockel 939 Prozessoren, welche also in den bislang erhältlichen Motherboards nicht mehr eingesetzt werden können.
Da AMD seine Spitzenprodukte zur heutigen Vorstellung fokussierte, bleiben wir die Betrachtung des Athlon 64 3500+ und 3700+ vorerst schuldig und widmen uns in den folgenden Kapiteln den Modellen FX-53 und A64 3800+.