Prozessorbesonderheiten (Fortsetzung)
Weitere Änderungen gibt es augenscheinlich keine, die wir nicht schon erwähnt hätten. Wir haben uns in früheren Artikeln bereits mit der Architektur, Sockeln, oder schlicht allgemeinen Informationen zur neuen AMD Prozessorfamilie auseinandergesetzt.

Bei der Verlustleistung bleibt es bei den schon für Athlon 64 3200+ und Athlon 64 FX-51 genannten 89 Watt. Diese 89 Watt sind (derzeit) unabhängig vom Prozessortakt und vom Modell. So findet scheinbar eine Selektion bei der Produktion statt. Prozessoren, die eine höhere Leistung aufnehmen, werden als Athlon 64 in den Markt gelangen, die mit geringerer Aufnahme werden als FX verwendet und der Mehrverbrauch durch den zweiten Speicherkanal beim FX wird damit kompensiert. In der Praxis mag dies bedeuten, dass man einen Athlon 64 erwirbt, welcher im Maximalfall tatsächlich 89 Watt verbrät, ebenso gut kann es sein, dass er maximal nur 80 Watt unter extremsten Bedingungen verbraucht.
Doch seit der Vorstellung der Athlon 64 Prozessoren am 23. September 2003 haben sich zwischenzeitlich weitere interessante Informationen zum Athlon 64 mit einem Speichercontroller eingefunden, welche wir bereits an dieser Stelle einmal angeschnitten haben, auf die wir aber heute, im Prozessor-Review zum Athlon 64 3000+ noch einmal der Vollständigkeit halber eingehen möchten.
Beginnen wir mit dem Speichersupport: Früher war die Speicherunterstützung ausschließlich eine Angelegenheit des Mainboards, besser gesagt der Northbridge des Chipsatzes dort, welcher den Speichercontroller beherbergte. Doch in den Athlon 64 Prozessoren sitzt der Speichercontroller im Prozessor und damit ist dieser auch für die Speicherunterstützung selbst zu ständig.
Der Athlon 64 kann laut Datenblättern 4 DIMM Slots (8 interne Bänke) registered Module oder aber 3 DIMM Slots (6 interne Bänke) unbuffered DDR-SDRAM verwalten. Überwiegend finden sich auf den Athlon 64 Motherboards 3 DIMM Reihen, in manchen Fällen aber sogar nur zwei solcher Slots. Warum manche Mainboardhersteller hier lediglich mit 2 DIMM Reihen arbeiten, wird beim genaueren Studieren der Papiere schnell klar: Die Verwaltung von 3 Reihen (6 interne Bänke) geht ebenfalls nicht ohne Einschränkungen von statten, denn der Athlon 64 kann maximal 2 DIMM Slots (4 interne Bänke) mit schnellem unbuffered DDR400 DDR-SDRAM handhaben.
Nachstehende Tabelle soll über Bestückungsmodalitäten und maximale Speichertaktfrequenz Aufschluss geben (DS=Double Sided; SS=Single Sided):
| Anzahl
bestückter Speicherslots |
maximale
Speichertaktfrequenz |
Speicherslot
1 |
Speicherslot
2 |
Speicherslot
3 |
| 1 |
DDR400 |
8x
/ 16 x SS |
- |
- |
| 1 |
DDR400 |
- |
8x
/ 16 x SS |
- |
|
1
|
DDR400
|
-
|
-
|
8x
/ 16 x SS
|
| 1 |
DDR400 |
8x
DS |
- |
- |
| 1 |
DDR400 |
- |
8x
DS |
- |
| 1 |
DDR400 |
- |
- |
8x
DS |
|
2
|
DDR400
|
8x
/ 16 x SS
|
8x
/ 16 x SS
|
-
|
|
2
|
DDR400
|
8x
/ 16 x SS
|
8x
DS
|
-
|
|
2
|
DDR400
|
8x
/ 16 x SS
|
-
|
8x
/ 16 x SS
|
|
2
|
DDR400
|
8x
/ 16 x SS
|
-
|
8x
DS
|
|
2
|
DDR400
|
8x
DS
|
8x
/ 16 x SS
|
-
|
|
2
|
DDR400
|
8x
DS
|
8x
DS
|
-
|
|
2
|
DDR400
|
8x
DS
|
-
|
8x
DS
|
|
2
|
DDR400
|
8x
DS
|
-
|
8x
/ 16 x SS
|
|
2
|
DDR333
|
-
|
8x
/ 16 x SS
|
8x
/ 16 x SS
|
|
2
|
DDR200
|
-
|
8x
/ 16 x SS
|
8x
DS
|
|
2
|
DDR200
|
-
|
8x
DS
|
8x
/ 16 x SS
|
|
2
|
DDR200
|
-
|
8x
DS
|
8x
DS
|
| 3 |
DDR333 |
8x
/ 16 x SS |
8x
/ 16 x SS |
8x
/ 16 x SS |
| 3 |
DDR333 |
8x
DS |
8x
/ 16 x SS |
8x
/ 16 x SS |
| 3 |
DDR200 |
8x
/ 16 x SS |
8x
/ 16 x SS |
8x
DS |
| 3 |
DDR200 |
8x
/ 16 x SS |
8x
DS |
8x
/ 16 x SS |
| 3 |
DDR200 |
8x
/ 16 x SS |
8x
DS |
8x
DS |
| 3 |
DDR200 |
8x
DS |
8x
/ 16 x SS |
8x
DS |
| 3 |
DDR200 |
8x
DS |
8x
DS |
8x
/ 16 x SS |
| 3 |
DDR200 |
8x
DS |
8x
DS |
8x
DS |
Interessant werden die Informationen der Tabelle zur Bestückung von 3 Speicherslots. Im besten Falle ist hier nur noch DDR333 Betrieb möglich, jedoch auch schon wieder abhängig davon, ob man mit Single Sided oder Double Sided Modulen arbeiten möchte. Kommt in solch einer Konstellation mehr als 1 Double Sided Modul zum Einsatz, kann der Speichercontroller des Prozessors lediglich noch im DDR200 Mode arbeiten.
Somit darf gesagt werden, dass die Fähigkeit des Athlon 64, 3 DIMM Slots zu verwalten, eher als halbherzige Lösung zu betrachten ist. Vollwertig kann er lediglich 2 Slots mit dem zur Performance notwendigen, schnellen DDR400 Speicher handhaben. In Anbetracht der heute am Markt erhältlichen Speicherkapazitäten ist dies durchaus eine deutliche Einschränkung. Wer heute sein Athlon 64-System mit 2 x 256 MB DDR400 Speicher bestückt, der wird im Falle einer späteren Aufrüstung gleich 2 neue Speichermodule kaufen müssen, oder aber (falls ein dritter Speicherslot vorhanden), diesen bestücken und mit dem Leistungseinbruch leben müssen.
Eine Änderung hier ist allerdings in Sicht. Offenbar reagierte AMD auf dieses Manko und sorgt für etwas Abhilfe mit dem überarbeiteten Core im CG Stepping (derzeit aktuell C0 Stepping), welcher im späten ersten Quartal 2004 in Mengen gefertigt werden soll. Durch ein so genanntes DRAM Timing mit 2 Takten, statt nur einem Takt, sollen dann in gewissen Konstellationen (3 x Single Sided Speicher) auch 3 DIMM Slots im DDR400 Mode betrieben werden können. Es liegt auf der Hand, dass hier dann natürlich mit Abstrichen bei der Performance zu rechnen ist, jedoch wird der dritte DIMM Slot damit zumindest nützlich.