Timingoptionen im Überblick (Fortsetzung)
VI. Bank Interleave
Das Wort Bank ist auch bedingt durch die deutsche Übersetzung leicht irreführend. Wir kennen in unserer deutschen Sprache gerade im Hardwarebereich so manche Teile, welche als Bänke bezeichnet werden. So haben wir Speicherbänke auf einem Mainboard, wobei wir in diesem Zusammenhang zumeist die physikalisch vorhandenen DIMM-Slots meinen, wir haben aber auch, wie wir eingangs unserer Technik-Erläuterungen aufzeigten, die internen Bänke ("single sided" und "double sided") eines Speichermoduls. Darüber hinaus, ebenfalls deutlich aus unseren Erläuterungen ersichtlich, haben wir die internen 4 Bänke eines DDR-SDRAM Speicherchips. Eben jene, und keine anderen, sind gemeint, spricht man von der BIOS Timing Option "Bank Interleaving".

Quelle: LostCircuits
Das Bank Interleaving ermöglicht es, eine entsprechende Speicherbank zu adressieren, während aus einer anderen Daten gelesen werden oder aber in eine andere Bank Daten geschrieben werden. Erstmals freigelegt in frei zugänglichen BIOS Versionen seitens VIA bei deren Apollo Pro 133 / 133A Chipsätzen, hat das Bank Interleaving bis heute den Ruf eine der leistungssteigernsten Timing Optionen im Bereich Speicher schlechthin zu sein.
Das dürften im Groben alle gängig bekannten Speichertimingoptionen sein, wobei es natürlich noch weitere gibt. Eine Option, immer häufiger anzutreffen, haben wir bislang noch nicht erwähnt:
VII. DRAM Command Rate
Hierbei handelt es sich um die Latenzzeit, welche bei der Auswahl der einzelnen Speicherchips benötigt wird, genauer gesagt, die Adress- und Command Decode Latency. Dabei muss natürlich berücksichtigt werden, wie viele Speicherbänke und verbaute Module sich im System befinden. Je mehr DIMM-Slots mit Modulen bestückt sind, um so länger kann sich die Dauer die Chipauswahl hinziehen, um so kritischer mag sich die Wahl des 1 Taktzyklus auf die Systemstabilität auswirken.
Ein interessanter Umstand dabei mag sein, dass die Option eigentlich erst seit den VIA Apollo KT266 / 266A Chipsätzen aufkam bzw. erstmals in deren BIOS Versionen frei zugänglich wurde und dort dann die Auswahlmöglichkeit zwischen 1 und 2 Takten liegt. Bei Intel eigenen Chipsätzen für DDR-SDRAM findet sich diese Option im BIOS nicht. Dort beträgt die DRAM Command Rate ohnehin werksseitig bereits 1T, was der Grund dafür ist, dass man nach Intel Spezifikation den i845 DDR-SDRAM Chipsätzen lediglich 2 DIMM-Slots (4 Bänke) zur Verfügung stellte.