Intro
Als wir mit unserem Artikel "Die
Unbeachteten" im Juli 2000 online gingen, waren wir dort noch im Bereich
Aufklärungsarbeit tätig. Worauf kommt es bei einem guten Netzteil
an, welche Stärken sollte ein sogenanntes gutes Netzteil mit sich bringen?
Heute sind wir sicherlich schon um einiges weiter, denn dass eine stabile ausreichende
Stromversorgung mit ein grundlegender Bestandteil eines stabil arbeitenden Systems
ist, sollte jedem inzwischen klar sein.
Enermax hatte mit ihren leistungsstarken Netzteilen gerade in der kritischen
Zeit der Aufklärung sehr viele Erfolge. Anfänglich noch als Geheimtipp,
ist man zwischenzeitlich eigentlich einer der ersten Namen, die genannt werden, stellt
man die Frage nach dem richtigen Netzteil.
Es ist aber nicht alles Gold was glänzt. Hatten die Enermax Vertreter
im seinerzeitigen Test und auch in einem späteren Test
bei uns sehr gute Kritiken einfahren können, stimmte doch im vergangenen
Jahr eine Serienreihe etwas missmutig, denn plötzlich gab es Rückmeldungen
über zu hohe Geräuschentwicklung der Lüfter. Dieses Problem soll
zwischenzeitlich beseitigt sein, ist allerdings nicht Thema des heutigen Artikels,
wenngleich doch die Geräuschentwicklung Stein des Anstoßes für diesen Artikel gewesen ist.

Geräuschentwicklung ist das Zauberwort. Fast alle Netzteile
warten heute mit temperaturgesteuerten Lüftern auf. Dies hat zwar einerseits
den großen Vorteil, dass die Lüfter sehr laufruhig arbeiten sollten,
solange die Netzteiltemperaturen im akzeptablen Bereich sind, aber andererseits
können diese Radaubrüder bei voller Umdrehungszahl den Arbeitsplatz
zum Alptraum gestalten.
Als Beispiel nehmen wir einen Miditower mit einem Enermax Netzteil,
darunter werkelt ein Pentium III 1 GHz mit einem Intel boxed Lüfter. Die
warme Luft, welche sich durch den Betrieb der CPU bildet, steigt nach oben bzw.
wird vom ersten Netzteillüfter ohnehin ins Netzteilinnere hineingesaugt,
um dann über den zweiten Lüfter nach Außen abtransportiert zu
werden. Bei dieser Beispiel-Konstellation trifft man es eher selten an, dass
die temperaturgeregelten Lüfter (schnell) mit maximaler Umdrehung arbeiten.
Nehmen wir uns hingegen einen Athlon mit Thunderbird Core, welcher mehr als doppelt
soviel Watt verbrät als dies der vorgenannte Pentium III tut, mussten
wir erleben, dass die Netzteillüfter innerhalb kürzester Zeit auf
volle Leistung gingen. Es stieg also definitiv mehr Wärme ins Netzteil
auf, und die Temperatursteuerung versucht durch das Anheben der Umdrehungszahlen
das Netzteilinnere im unkritischen Bereich zu halten.
Nach diesen Erfahrungswerten der vergangenen Monate und dem Umstand, dass auch
die Vertreter der Intel Pentium 4 Prozessoren wahre "Watt-Fresser"
sind, habe ich für meinen Teil die bisherigen Enermax-Serien nicht mehr
in die Kategorie "Leisetreter" einstufen können. Offensichtlich
hat auch Enermax das Problem "Geräuschkulisse" mit in seine Überlegungen
aufgenommen und präsentiert uns nun eine neue Serie mit der Bezeichnung
"Enermax Whisper". Na, den "Flüster" mussten wir natürlich
in Aktion sehen und darum geht unser Dank an den deutschen Distributor Elito-Electronics,
für die Bereitstellung des Testmusters.
