Der Intel i850 Chipsatz
Da wir bislang diesen Chipsatz noch nie behandelt haben, nachstehend ein paar Informationen. Bei diesem Chipsatz setzt Intel, wie auch schon früher, auf eine 2-Chip-Technologie bestehend aus dem i82850 MCH (Memory Controller Hub) und dem i82801BA ICH2 (I/O Controller Hub), also einer North- und einer Southbridge.
Vorstehend bei den Details zum Pentium 4 Prozessor schon ausgeführt ist, dass das Bus-Interface des Pentium 4 mit 100 MHz FSB operiert und vier 64bittige Datenpakete pro Takt entgegennehmen kann. Dies muss natürlich auch vom Chipsatz unterstützt werden, wofür der MCH (Northbridge) zuständig ist. Der MCH hat ein 100 MHz taktendes 64 Bit QDR-Interface zum Prozessor, womit er diesem seine 3 GB/sec. Bandbreite liefern kann. Vom Chipsatz zum Speicher besteht ein doppelt ausgelegtes 400 MHz taktendes 16 Bit DDR-Interface, was sich jetzt völlig abweichend zum CPU-Interface anhört, aber letztendlich ebenfalls 3 GB/sec. Bandbreite liefert:
Intel nennt diese doppelte Speicheranbindung "DualChannel"-Interface, was es auch recht gut trifft. Prinzipiell sind DualChannel-Interfaces allerdings nicht an Intel-Hardware gebunden, nVidia´s kommender nForce-Chipsatz besitzt eine ähnliche Architektur.
An dieser Stelle wollen wir auch einmal mit einem weit verbreitetem Irrglauben aufräumen: Der beim i850 Chipsatz zum Einsatz kommende RAMBUS-Speicher liefert keine 3 GB/sec Speicherbandbreite! Auf 400 MHz taktender und im gewöhnlich "PC800" genannter RAMBUS-Speicher liefert exakt 1,5 GB/sec. Speicherbandbreite - genauso viel wie ein PC1600 DDR-RAM Modul und 33 Prozent weniger als ein PC2400 DDR-RAM Modul.
Der Clou liegt beim i850 Chipsatz: Durch die chipsatz-seitige Zusammenschaltung von immer zwei Modulen mittels des DualChannel-Interfaces verdoppelt sich die Speicherbandbreite von 1,5 auf 3 GB/sec. Die Kunst liegt also nicht bei den RAMBUS-Modulen, sondern beim i850 Chipsatz selber. Natürlich bedingt dies zwingend, daß immer zwei RAMBUS-Module gleichzeitig eingesetzt werden.
Die Anbindung zwischen North- und Southbridge erfolgt beim i850 Chipsatz mittels der Intel Hub Architektur. Zu Intels i440BX Zeiten, aber auch heute noch auf Systemen mit beispielsweise VIA KT133A Chipsätzen, ist die North- und Southbridge simpel über den 32 bit breiten PCI-Bus miteinander verbunden, welcher mit 33,33 MHz taktet. Diese Anbindung über den PCI Bus ermöglicht allerdings lediglich eine maximale Datenübertragung von 133 MB/sec.
In Anbetracht immer größer werdenden Datenmengen, welche aktuelle Geräte wie Festplatten, USB- oder Netzwerkkarten über den Bus schaufeln wollen, zeigt sich diese Anbindung gerne als Flaschenhals. Dies ist ein Umstand, welchen Intel schon vor einiger Zeit erkannte und seit 1999 in allen ihren i8xx Chipsätzen mit der sogenannten Intel Hub Architektur (auch bekannt als Interlink Bus) beseitigte. Diese Architektur arbeitet mit einer Bandbreite von 266 MB/sec.
Die Southbridge (ICH2) des i850 Chipsatzes beinhalted zwei IDE ATA100 Schnittstellen, ein LAN-Interface und vier USB Ports. Durch Einsatz eines entsprechenden Audio Codecs weisst die ICH2 zusätzlich noch eine 6-Kanal Onboard Soundlösung auf. Der Chipsatz benötigt allerdings etwas fremde Unterstützung in Form eines LPC (Low Pin Count) I/O-Chips, um alle Features eines aktuellen Mainboards steuern zu können. Realisiert wird dies meist in Form eines Winbond Chips, welcher dann die seriellen und parallelen Ports sowie die PS/2 Ports beinhaltet.