Fasst man jüngste Aussagen des AMD CEO Hector Ruiz zusammen, dann seien Intels Erfolge der vergangenen Jahre ausschließlich auf AMD Innovationen und unfairen Wettberwerb im Markt zurück zu führen. Ziel Intels sei es, AMD vom Markt zu verdrängen. Letzten Endes gibt Ruiz indirekt die Schuld für AMDs derzeitige wirtschaftliche Situation. Nach
Aktienverkäufen hatte AMD sich jüngst Kapital verschafft um es in Forschung und Entwicklung zu investieren. Seit der Vorstellung der jüngesten AMD Produkte -
Spider-Plattform:
HD3800-Serie,
Phenom,
700er-Chipsatz-Serie - befindet sich die AMD Aktie allerdings weiter im Sturzflug und wird aktuell an der Börse mit
9,66 US-Dollar gehandelt. Der Aktienkurs hatte zudem zu diversen Spekulationen geführt, welche von einem
Rücktritt von Hector Ruiz sprachen.
Während es möglicherweise durchaus objektive
Erklärungen für die Misserfolge bei AMDs jüngsten Produkten gibt, sieht der AMD CEO dies offensichtlich etwas
anders. Ein wesentlicher Umstand sei weiterhin, dass Intel seine "Monopolstellung" und Marktmacht im Preiskampf gegen AMD ausnutze. Ziel sei dabei AMD vom Markt zu verdrängen. Dazu habe Intel in der vergangenen Zeit im Prinzip auf Technologien von AMD aufgebaut, wobei Hector Ruiz hier mit Sicherheit auf das von Intel lizensierte AMD64 anspricht. Aber auch Anspielungen auf den integrierten Speichercontroller, den Intel mit dem
Nehalem umsetzen wird, gab es. Ruiz weist zudem auf die gegen Intel anhängigen
Verfahren hin, die AMD bislang angestrebt hatte und zu denen es noch keinen richterlichen Entscheid gibt.
Dazu muss man schlicht sagen: schlecht gebellt Löwe. Dass man sich im freien Markt natürlich mit seinen Produkten gegen den Mitbewerber behaupten muss, das steht außer Frage. Die fehlenden, aktuellen Leistungen der AMD-Prozessoren sind definitiv nicht die Schuld des Mitbewerbers - allenfalls kann man den Zeitdruck, unter welchem Fehler in der Entwicklung unterlaufen sind, dem Mitbewerber und der Erwartungshaltung eigener Aktionäre ankreiden. Das Thema der Adaptierung fremder Technologien sei ein Fall für sich. Letzten Endes hat Intel sich dazu entschlossen und die AMD64-Technologie per Lizenzzahlungen übernommen und damit den Markt für Hersteller von Betriebssystemen durchaus etwas einfacher gestaltet.
Was interne Speichercontroller und Ideen hierzu betrifft, stammt auch diese "Innovation" wohl eher vom DEC Alpha-Chip ab und nicht von AMD. Und es ist doch gut, dass AMD den ersten, wirklichen und nativen Vier-Kern-Prozessor entwickelt hat. Doch wäre Ruiz gut beraten dafür Sorge zu tragen, dass dieser Chip in hohen Taktraten ohne CPU-Fehler den Markt erreicht. Intel dürfte im Prozess-süchtigen Amerika sicherlich alles andere beabsichtigen, als AMD aus dem Markt zu verdrängen. Den derzeitigen Marktwert von AMD könnte Intel streng genommen aus der Porto-Kasse zahlen, inkl. der ATI-Übernahme. Intel hatte bereits vor einer Weile klargestellt, dass man ebenfalls an einer NVIDIA oder ATI-Übernahme überlegt hatte, aus Kartellrechtlichen Gründen davon aber Abstand genommen habe. In den Staaten ein Monopolist zu sein, ist kein wirklich erstrebenswertes Ziel.
Und so sollte Ruiz seine Truppe wohl besser auf Richtung und Erfolgskurs bringen, statt sich vor den Sandkasten zu stellen und sich zu beklagen, dass man nicht mitspielen darf. Das Spielzeug muss eben stimmen, sonst lässt es sich nur als "zweite Wahl" verkaufen.
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