Gemeinsam mit dem Entwickler Rambus hat Intel Zielvorstellungen über den möglichen Einsatz von XDR-Speicher ausgearbeitet, der in Zukunft bei verschiedenen Produkten zum Einsatz kommen könnte. Zwar habe man derzeit noch keine genauen Planungen für die alternative Speichertechnologie, doch wolle man zumindest denkbare Einsatzfelder für die nächsten Generationen erarbeiten.
Bisher kommt bei Prozessoren vorrangig DDR-Speicher zum Zuge, der durch die Ansteuerung der Chips sowohl bei steigender und fallender Taktflanke deutlich größere Datenmengen übertragen kann. Im Gegensatz zur parallelen Ansteuerung von Double-Data-Rate-SDRAM basiert XDR-SDRAM jedoch auf einer seriellen Busstrategie und erfordert einen deutlich geringeren Hardware-Aufwand. So nutzen aktuelle Highend-Grafikkarten mit GDDR3-Speicher bis zu 512 Leitungen und Server mit zwei Quad-Core-Prozessoren benötigen bis zu 256 Leitungen, während XDR-Speicher mit nur 16 Datenleitungen auskommt. Mit einer Datenrate von 16 GB/s erreicht er damit sogar eine vergleichbare Performance wie DDR2-Chips mit 1066 MHz.
Bereits vor geraumer Zeit hatte Intel mit RD-RAM schon einmal auf eine spezielle Technologie von Rambus zurückgegriffen, die sich durch höhere Performance gegen den damaligen SDRAM-Standard behaupten sollte. Durch die deutlich höheren Preise im Vergleich zur konkurrierenden DDR-Technologie kam Intel jedoch relativ schnell unter Zugzwang und ordnete sich wenig später dem Ruf nach der günstigeren Technologie unter.
Zur Zeit kommt XDR-Speicher zum Beispiel in der PlayStation 3 von Sony zum Einsatz. Für zukünftige Anwendungen dürfte zum Beispiel der XDR2-Standard in Grafikkarten prädestiniert sein, weil dort neben der Kapazität vor allem hohe Datenraten im Vordergrund stehen. Weitere Einsatzfelder könnten sich bei hochintegrierten Systems-on-Chip oder Multi-Core-Prozessoren mit deutlich größerer Kern-Anzahl ergeben, Felder wo die Bandbreite schnell zum limitierenden Faktor wird. In Servern dürften hingegen weiterhin Speichertechnologien bevorzugt werden, die ein besseres Verhältnis zwischen Kapazität und Preis liefern, weil dort die reine Geschwindigkeit nicht ganz so ausschlaggebend ist.