Die Spielekonsole Xbox 360 von Microsoft soll mit einem der nächsten Updates eine zusätzliche Funktion erhalten, um Spielzeitlimits zum Jugendschutz festzulegen. Dabei setzt das Unternehmen mit dem "Family Timer" auf ein Verfahren, mit dem Eltern auf der Konsole vorgeben können, wie lang ihre Sprösslinge an der Konsole spielen dürfen, bevor sie automatisch abgeschaltet wird. Einstellen lassen soll sich das Limit für Spielen und Unterhalten auf täglicher und wöchentlicher Basis, wobei der Anwender regelmäßig über seine Verfügbaren "Spielstunden" aufgeklärt wird. Das Update soll im Dezember über die Xbox Live zur Verfügung gestellt werden.
Microsoft implementierte diese Funktion, um den Frieden in Familienhaushalten wieder herzustellen. So beschwört die Diskussion um die Zeitdauer vor der Konsole auch bei vielen Streit herauf, obgleich sich laut statistischen Erhebungen fast alle Haushalte über Regeln zum Medienkonsum abgesprochen hätten. Jeder zweite Haushalt hat laut
Golem zudem Regelungen über die Limitierung von Zeit oder Inhalt getroffen. Gerade diese Faktoren dürften sich bei berufstätigen Eltern aber nur schwerlich ohne technische Hilfe durchsetzen lassen.
Besonders problematisch dürfte der Faktor Zeit bei sogenanten Online-Rollenspielen sein, bei denen Spieler als andere Identitäten virtuelle Welten entdecken. In der Vergangenheit gab es schon öfter Berichte über die hohe Suchtgefahr, die durch den Aufbau von sozialen Strukturen im Internet ausgeht und schnell die direkten persönlichen Kontakte zu anderen Menschen ersetzen kann.
Ob hier allerdings genannte Funktionen wie Zeitlimits weiter helfen, sei dahin gestellt. Dieser Schutz dürfte wohl wenn überhaupt nur für sehr Junge Xbox-Nutzer hilfreich sein, weil Jugendliche in vielen Fällen sicherlich ihre Konsolen selbst besitzen und ihren Eltern kaum die Gelegenheit geben werden, daran geschützte Einstellungen vorzunehmen. Wichtiger dürfte hier weiterhin sein, dass Kinder schon frühzeitig lernen, mit dem Medien selbstständig umzugehen und sie kritisch einzusetzen und nur als Ergänzung zum persönlichen Kontakt zu anderen Menschen erfahren und nicht als Ersatz.
[rl]