Eigentlich könnte man die große Nachfrage nach AMDs Quad-Core-Prozessoren
Barcelona als positiv einschätzen, wenn man bedenkt, dass der zweitgrößte CPU-Hersteller mit der Produktion kaum folgen konnte. Nachteilig ist dieser Umstand allerdings, wenn man bedenkt, wie nötig AMD den Gewinn an jeder verkauften Einheit an. Und wie wenig man bisher davon tatsächlich ausliefern konnte. Ändern soll sich das nun endgültig im vierten Quartal. Das Unternehmen
versprach gegenüber den
X-bit labs, die Produktionszahlen entscheidend zu erhöhen und damit die Verfügbarkeit der Modelle wesentlich zu verbessern.
Besonders die Server im Mainstream-Bereich, die hauptsächlich mit AMD-Prozessoren bestückt werden, sollen nun mit mehr Opteron-CPUs ausgerüstet werden. Bisher habe man zehntausende dieser Produkte verschickt, wolle die Zahl aber zum Jahresende auf mehrere hunderttausend erhöhen.
Nach jüngsten Marktanalysen konnte AMD gerade im Server-Bereich im vergangenen Quartal nicht überzeugen und musste sogar wieder Anteile an die Konkurrenz abgeben. Die mangelnde Verfügbarkeit dürfte hier ein wesentlicher Faktor gewesen sein. Bedenkt man, dass AMD in Bälde auch Quad-Cores für den Desktop anbieten will, kann man nur hoffen, dass die Stückzahlen bis dahin eine ausreichende Masse erreicht haben. Zusätzlich sollen außerdem auch
Triple-Core-Prozessoren das Angebot vor allem im Desktop-Markt abrunden.
Gefertigt im 65-nm-Verfahren und bestückt mit zusätzlichen 2 MB L3-Cache unterscheiden sich die Quad-Core-Modelle nur geringfügig von den aktuellen Dual-Core-Prozessoren. Hinzu gekommen ist außerdem der SSE4A-Befehlssatz, welcher allerdings nur eingeschränkt kompatibel zu Intels SSE4 sein soll. Im Gegensatz zu Intel setzt AMD außerdem weiterhin auf den deutlich günstigeren DDR2-Speicher, angebunden über zwei parallele Speicherkanäle. Quad-Cores von Intel sind derzeit in Form von Xeon-Prozessoren erhältlich, die aus zwei Dual-Cores bestehen. Modelle aus einem einzigen Kern sollen bei Intel aber ebenfalls in naher Zukunft angeboten werden.
[rl]