Das OLPC-Projekt, welches sich zum Ziel gesetzt hat, spezielle mobile Computer zum Niedrigst-Preis zu verkaufen,
korrigiert seine ambitionierte Kalkulation von 100 US-Dollar pro Gerät nach oben. So soll so ein Gerät in Zukunft mit 188 US-Dollar zu Buche schlagen — fast das Doppelte im Vergleich zum Planpreis. Als Gründe dafür werden neben steigenden Rohstoffpreisen und Währungsschwankungen auch die unerwartet niedrigen Bestellungen genannt. Gerechnet hatte OLPC mit reichlich fünf Millionen Bestellungen für das Kurbel-Notebook. Auch der Liefertermin verzögert sich nach hinten und rückt auf Ende 2007.
Zunächst sollen nun im November 40.000 Notebooks ausgeliefert werden, gefolgt von 80.000 Stück im Dezember. Ursache für die Zeitverschiebung sei die Software-Entwicklung für das Gerät, die noch nicht abgeschlossen ist.
Damit wurde der Preis für die Billig-Laptops bereits mehrfach angehoben. Zunächst von 100 US-Dollar auf 150 US-Dollar,
im April schließlich auf 175 US-Dollar und nunmehr 188 US-Dollar. Die Hersteller versuchen auf diese Weise mögliche Verluste zu vermeiden. Fraglich ist allerdings bei diesen Preiserhöhungen, wie weit One Laptop per Child damit das ursprüngliche Ziel erfüllt, vor allem in Entwicklungsländern den Menschen einen einfachen digitalen Zugang zu verschaffen. Waren schon 100 US-Dollar teils mehrere Monatsgehälter, dürfte der doppelte Preis nun für viele kaum noch tragbar sein.
Interessant sind damit die Erfahrungen, die bei der Entwicklung gemacht wurden wohl nur noch für die westliche Welt, die ebenfalls verstärkt auf die Preise achtet. Während Computer hier mittlerweile zur Standard-Ausstattung zählen, spielen für die Hersteller hier zunehmend die Herstellungskosten eine wichtige Rolle, um auf dem Markt überhaupt bestehen zu können.