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 AMD zögert Ausbau von Dresdner Fabrik hinaus

Fertigung | 31.07.2007, 16:05
Aufgrund der schlechten finanziellen Lage verzögert AMD den Ausbau der Fab 30 auf 300-Millimeter-Siliziumscheiben. Das Unternehmen hatte in den ersten beiden Quartalen insgesamt einen Netto-Verlust von rund 1,2 Milliarden US-Dollar verkraften müssen, die nur zum Teil von der Übernahme von ATI herrühren. Gleichzeitig unterstreicht AMD aber das Ziel, von den derzeit rund 3000 Mitarbeitern in Dresden niemanden entlassen zu wollen. Stattdessen habe man den Finanzplan überarbeitet und schiebt die geplante Fertigstellung des Werkes nun von 2008 auf 2009 hinaus. Damit entledigt sich AMD einiger Kosten, die sonst durch die Umrüstung angefallen wären und nimmt dafür höhere Kosten der älteren Fabrik-Anlagen mit 200-mm-Wafern in Kauf.

Fraglich ist bei dieser Entscheidung aber noch, wie weit sie sich auf die zukünftige Wettbewerbssituation auswirken könnte. So arbeitet Intel mit Hochdruck an der Umrüstung seiner Fabriken auf 300-Millimeter und kleinere Fertigungsgrößen. Die dadurch entstehenden Kostenvorteile dürften AMD vor allem beim Preis für die Prozessoren auch in den kommenden Quartalen weiter erheblich unter Druck setzen. Dies würde zumindest auch dem kürzlich angekündigtem Ende des Preiskampfes entsprechen, da AMD ohne die nötigen Fertigungsanlagen wohl nur schwerlich in der Lage sein dürfte, die Verkaufspreise in den bisherigen Sprüngen weiter zu reduzieren.

Als einzigen Ausweg zeigt sich hier wohl die Kooperation mit dem chinesischen Halbleiterhersteller Chartered, der einen wesentlichen Teil der CPU-Produktion übernehmen soll. Da AMD außerdem am Ziel der Kapazitätserweiterung festhält, lässt sich damit vermuten, dass man dieses Ziel nicht durch eigene Anlagen erreichen will, sondern eben durch Fremdfertigung.

Risiko bei dieser Strategie besteht allerdings darin, dass AMD seine eigenen Anlagen zu sehr vernachlässigt und sich dadurch abhängig von den Partnern macht. Gleichzeitig könnte man dadurch in Entwicklungsrückstand für neue Technologien geraten, was sich ebenfalls deutlich zum Nachteil auswirken könnte.
[rl]

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