Bereits vor einigen Monaten gab es erfolgreiche Angriffe auf das digitale Rechtemanagement (DRM) Advanced Access Content System (AACS) der beiden hauptsächlich für hochauflösende Filme genutzten Datenträger HD-DVD und Blu-ray. Dabei wurde auch eine Art Universal-Schlüssel entdeckt, der bei allen bisher ausgelieferten Medien identisch ist. Inzwischen versucht die für AACS zuständige Organisation AACS LA mittels des amerikanischen
DCMA-Gesetz Internetdiensteanbieter wie Google oder das Social-Bookmark-Angebot Digg unter Druck zu setzen, damit die 32-stellige hexadezimale Zahl nicht weiter verbreitet wird.
Infolgedessen kam es zu einer Art "Posting-War" bei Digg, bei der sich die Nutzer mit den Administratoren einen Wettstreit lieferten. Während Digg bemüht war, neue Einträge mit dem Schlüssel zu löschen, wurden ständig neue Meldungen gepostet, die diesen wiederum enthielten. Nach 24 Stunden kapitulierte schließlich das Digg-Management und verkündete in ihrem
Blog, dass die Nutzerschaft Digg lieber im Kampf gegen die übermächtige Medienindustrie untergehen sehen will als gegenüber ihr einzuknicken.
Dies erinnert stark an die Zeit um den Jahrtausendwechsel, wo ein ähnlicher Streit um den Kopierschutz von DVDs (CSS) herrschte. Damals sorgte ein 16-jähriger Norweger namens Jon Lech Johansen mit seinem nur wenige Kilobyte großen Tool DeCSS dafür, dass DVDs problemlos kopiert werden konnten. In der Folge setzte eine umfangreiche Klagewelle gegen Webseitenbetreiber ein, die DeCSS anboten. Daraufhin solidarisierten sich viele andere Internetnutzer und verbreiteten den DeCSS-Quellcode auf T-Shirts, in Liedern oder Gedichtform. Sämtliche Gerichtsverfahren endeten anschließend mit einem Freispruch.
[ch]