Die Bemühungen der Industrienationen sind groß, auch den armen Ländern unserer Welt den Zutritt ins weltweite Datennetz mit all seinen Informationen zu gewährleisten. Dass mit diesem Zugang auch der Zugriff auf das umfangreiche pornografische Material möglich wird, das im Internet zu finden ist, scheinen die Macher allerdings vergessen zu haben. So zeigte man sich schockiert, dass elfjährige Schüler aus dem westafrikanischen Nigeria auch derartige Seiten
besuchten und nicht nur, wie eigentlich vorgesehen, das Internet nutzen, um damit ihr Wissen zu erweitern. Um den Jugendschutz zu gewährleisten, sollen die Rechner nun mit speziellen Filtern versehen werden.
In der
Galadima Primary School, an der das Pilotprojekt mit den 100-Dollar-Laptops gestartet ist, hatte jeder der 300 Schüler einen solchen Laptop erhalten. Die nun gefunden Inhalte auf einigen Rechnern wertet der nigerianische Nachrichtendienst NaN als ersten Fehlschlag in dem Versuch, die neuen Technologien für Lernzwecke zu etablieren. Nicht klar gesagt wurde allerdings, ob die Kinder nun selbst die Inhalte aufgesucht haben, oder etwa erwachsende Bekannte aus ihrem Umfeld.
Bereits bei ersten Tests in Thailand hatten Experten davor gewarnt, dass die Kinder möglicherweise durch den unbeschränkten Zugang ins Netz auf Pornografie stoßen könnten. Sorgen machte außerdem die Gefahr, dass durch die eingebaute Webcam sexueller Missbrauch an Kindern sowie Kinderpornografie gefördert werden könnte.
Vorbeugen kann man derartige Risiken wohl nur genauso wie in den entwickelten Industriestaaten nur durch Aufklärung der Aufsichtspersonen, die auf entsprechende Gefahren hingewiesen werden müssen. Damit setzt die OLPC-Initiative gleich einen weiteren Lernschritt voraus: den gewissenhaften Umgang mit dem unendlichen verfügbaren Informationen.
[rl]