Mehr oder weniger durch Zufall entlarvte ein, wegen der geringen Leistungen enttäuschter und sogleich überraschter, Käufer eine GeForce 8800 GT, die deutlich im technischen Aufbau beschnitten wurde. Normalerweise sind die technischen Spezifikationen fest geregelt und setzten sich aus 112 Shader Recheneinheiten, 56 TMUs und 16 ROPs zusammen. Das Speicherinterface wurde mit 256-Bit vorgegeben und lediglich beim Speicherausbau bleibt den Herstellern die Wahl zwischen 256, 512 und 1024 MB. Die Taktraten kann der Hersteller dabei individuell gestalten. Die Referenzwerte liegen bei 600 MHz GPU-, 1500 MHz Shader-, und 900 MHz Speichertakt.
Die aufgetauchte 8800 GT von Point of View verfügt aber nur über 96 Shader Recheneinheiten, 48 TMUs und 8 ROPs. Den größten Einschnitt vermerkt die Karte jedoch beim Speicherinterface, welches auf 128-Bit halbiert wurde. Dementsprechend halbiert sich auch die theoretische Speicherbandbreite. Die Taktraten wurden jedoch angehoben, so dass der Grafikchip mit 650 MHz taktet während der Shadertakt sogar auf 1625 MHz angehoben wurde. Verwirrend ist dieser Umstand weil die Karte nicht gekennzeichnet war, und noch weniger angekündigt wurde. Zwar räumte Point of View eine fehlerhafte Bezeichnung ein, so dass sich dieser Punkt in Zukunft ändern wird, jedoch bleibt eine zusätzliche Verwirrung potentieller Käufer.
Die angetroffene GeForce 8800 GT ist bei den Spezifikationen des Grafikchips, bis auf die Anzahl der ROPs, zur 9600 GSO bzw. 8800 GS identisch. Doch selbst diese verfügt über ein 192-Bit breites Speicherinterface mit 384 MB oder in wenigen Fällen auch 768 MB Grafikspeicher. Die spezielle Version der GeForce 8800 GT soll laut dem Hersteller dazu dienen die Restbestände der Karte zu verkaufen, die durch die, allerdings baugleiche 9800 GT, abgelöst wird. In diesem Zusammenhang führt die
Spekulation, dass die Hersteller vorhandene 8800 GT Modelle einfach als 9800 GT umflashen können, weil sich diese außer durch die HybridPower- und 3xSLI-Unterstützung nicht unterscheiden, zu totaler Verwirrung.
Point of View führt in einer
Stellungnahme an, dass auch weitere Hersteller GeForce 8800 GT Karten mit solchen Spezifikationen in den Handel bringen werden. NVIDIA teilt jedoch mit, dass man von dieser Variante überrascht sei und nicht glaube, dass weitere Hersteller Gleiches vorhaben. Die abgespeckte 8800 GT sei eine reine Entscheidung von Point of View und in keinster Weise von NVIDIA.
Unklar ist, ob die deaktivierten Bereiche der GPU durch ein BIOS Flash aktiviert werden können und ob der Hersteller das Speicherinterface auch durch das BIOS halbiert hat, oder ein eigenes Layout verwendet. Abschließend kann man nur sagen, dass dadurch totale Verwirrung zu der abgespeckten 8800 GT herrscht. Hoffentlich sorgen die Hersteller, allen voran Point of View, möglichst schnell für Klarheit. Bis dahin sollte man beim Kauf einer GeForce 8800 GT aufmerksam sein. Einige der abgespeckten Karten finden sich schon im Handel. Zudem könnte es sein, dass sie wie in dem angetroffenen Fall nicht gekennzeichnet sind.