Im
Geschäftsbericht des zweiten Quartals muss AMD wieder einmal herbe Verluste ausweisen und erreicht bei leicht steigendem Umsatz einen Nettoverlust von 1,1 Milliarden US-Dollar gegenüber 600 Millionen US-Dollar im Vorjahr. Gleichzeitig wuchs der Umsatz auf 1,35 Milliarden US-Dollar im Jahresvergleich um drei Prozent. Der operative Verlust reduzierte sich auf 143 Millionen US-Dollar.
Grund für den großen Nettoverlust ist auch die
Abschreibung des Bereiches digitales Fernsehen, die sich als nicht fortgesetzter Geschäftsbereich allein für einen Verlust von 920 Millionen US-Dollar verantwortlich zeigt. Ohne diesen Effekt sieht sich AMD einem Nettoverlust von 366 Millionen US-Dollar gegenüber, der im Vergleich zum Vorjahr mit 469 Millionen US-Dollar etwas gesunken ist.
Interessant ist auch die Entwicklung der einzelnen Geschäftsbereiche Prozessoren und Grafik. Während letztere mit einem Umsatz von 248 Millionen US-Dollar gegenüber den Vorjahr um 18 Prozent zulegen konnte, stagniert die Entwicklung der deutlich wichtigeren Prozessorsparte auf ihrem Niveau bei rund 1,1 Milliarden US-Dollar. Genauso flach verlief bisher die Entwicklung der durchschnittlichen Verkaufspreise (ASP), die bei den Grafikkarten sogar im Jahresvergleich weiter gesunken ist.
Für das zweite Halbjahr stellt AMD dennoch baldigen operativen Gewinn in Aussicht. Da zukünftig verlustbringende Geschäftsfelder nicht mehr weitergeführt werden und sich AMD auf die Kernbereiche Prozessoren und Grafikkarten beschränkt, besteht hier auch noch eine entsprechende Chance, dieses Ziel zu erreichen. Traditionell ist das zweite Halbjahr für die Hersteller das stärkere und lässt möglicherweise entsprechend Raum für positive Impulse.
Weiterhin dürfte der
Rücktritt von Hector Ruiz vom Posten des Chief Executive Officers für neue Impulse sorgen. Seinen Posten wird zukünftig Dirk Meyer übernehmen, der bisher als Chief Operation Officer bei AMD gewirkt hat. Er kam 1995 zu AMD und hat wesentlich an der Entwicklung des AMD Athlon mitgearbeitet, bevor er später die Leitung über die Prozessor-Sparte übernahm.