Der Mainboard-Hersteller Abit könnte womöglich in Zukunft den Markt für Mainboards vollständig aufgeben. Das Unternehmen hatte 2007 rund drei Millionen Einheiten ausgeliefert und liegt damit deutlich zurück hinter den Marktführern wie ASUS, MSI, Foxconn oder Gigabyte. Für 2008 war das eigene Ziel laut
Digitimes bei sechs Millionen Motherboards angesetzt, doch scheinbar steht das Ergebnis auf wackeligen Füßen.
Abit selbst widerspricht bisher jeglicher Planung über einen möglichen Marktaustritt und sei weiterhin aktiv mit der Entwicklung neuer Platinen beschäftigt. Gerüchte sprechen jedoch davon, dass besonders die Lieferzahlen fürs Intels aktuelles 4-Series-Plattform in Form des P45 über die Zukunft des Unternehmens entscheiden würden. Sollte sich das Klima weiter verschlechtern, könne die Muttergesellschaft Universal Scientific Industrial (USI) hier durchaus einen neuen Weg einschlagen. Denkbar wäre auch der Vortritt in neue Marktsegmente abseits vom Mainboard-Geschäft.
Bedenkt man, dass allein ASUS 5,5 Millionen Mainboards im dritten Quartal 2007
auslieferte, gefolgt von ECS mit 2,3 Millionen und Gigabyte mit 1,9 Millionen Einheiten, wird erst klar, wie weit abgeschlagen Abit tatsächlich aufgestellt ist.
Kritisch dürfte sich außerdem auswirken, dass fast alle anderen Konkurrenten sowohl im Grafikkarten-Geschäft, aber auch zum Beispiel bei Notebooks stark aufgestellt sind und dadurch zusätzlichen Umsatz und Gewinn generieren können. Hier dürfte Abit einen deutlichen Wettbewerbsnachteil haben. Ob sich diese Spekulationen tatsächlich bewahrheiten, bleibt vorerst allerdings noch abzuwarten. In Anbetracht der akkuten Preisschlachten in diesem Geschäft dürfte eine Bereinigung des Marktes aber durchaus realistisch sein und wurde von vielen Marktbeobachtern auch seit langer Zeit erwartet.