Erneut sprechen Gerüchte über eine mögliche Aufspaltung von AMD in zwei Teile: Entwicklung und Fertigung. Demnach könnten die Advanced Micro Devices in ein Design-Center mit Fokus auf die Entwicklung und Prozessoren, Chipsätzen und Grafikchips und in den Bereich Fertigung aufgespalten werden, der sich mit der Produktion der Halbleiter beschäftigt. Zuletzt waren Spekulationen darüber im November 2007
aufgetaucht, als die finanzielle Situation des Prozessor-Spezialisten sich nicht recht verbessern wollte. Im Gespräch war insbesondere der Standort Dresden mit seinen Fabriken, den angeblich der taiwanische Halbleiterhersteller TSMC kaufen sollte.
247wallst berichtet über Insiderinformationen, die von der Aufspaltung sprechen. Am Markt scheint diese Möglichkeit reges Interesse auszulösen. Der Kurs von AMD kletterte in den letzten zwei Tagen um rund 15 Prozent nach oben. Doch auch genannte Quelle beschränkt sich auf den Hinweis, dass sich die Spekulationen nicht bestätigen lassen. Offiziell ist von AMD um die zukünftige Geschäftsentwicklung ebenfalls nur schwer etwas zu erfahren. In regelmäßigen Abständen treiben Gerüchte um Übernahmen und ähnliches den Aktienkurs schlagartig nach oben.
Was wirklich an den Gerüchten dran ist, bleibt wohl vorerst ein Geheimnis des Unternehmens. Von offizieller Seite beschränkte man sich auf den Hinweis, dass man bestrebt sei, das Unternehmen selbständig voranzutreiben, obgleich man sich strikt weigerte, eine mögliche Übernahme zu dementieren. Ob der Weg von abgespaltenen Geschäftsbereichen allerdings langfristig überhaupt Sinn machen würde, ist an dieser Stelle fraglich.
Bilanztechnisch könnte man den Schritt wohl mit Infineon vergleichen, die den deutlich marktabhängigeren Bereich der DRAM-Fertigung aus dem Kerngeschäft ausgegliedert haben und als Qimonda an die Börse brachten. Vorteil ist, dass die Verluste des ausgegliederten Geschäftsbereiches nicht mehr das eigene Geschäftsergebnis verhageln und Design-AMD damit möglicherweise äußerlich profitabel arbeiten könnte. Gleichzeitig stellt sich dann aber die Frage nach der Finanzierung von Fertigungs-AMD, die dann in Konkurrenz zu TSMC oder UMC treten müssten, um weitere Aufträge zu beschaffen. Gerüchten zufolge sei die vollständige Auslastung der Fabs bei weitem noch nicht erreicht und böte damit Raum für zusätzlichen Umsatz.
Immerhin taucht damit neben einer Übernahme durch NVIDIA, Samsung oder IBM nun ein weiteres Szenario am Markt auf, das die Fantasie belebt. Grundsätzlich braucht man aber wohl einfach nur davon ausgehen, dass AMD an der Optimierung der eigenen Prozesse im Unternehmen arbeitet, um in Zukunft schneller und kostengünstiger die eigenen Unternehmensziele und die schwarzen Zahlen zu erreichen. Man darf gespannt sein.
[rl]