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  Das Trio ist komplett: NVIDIA mit neuen Chipsätzen für AMD

Chipsätze | 06.05.2008, 20:40
Neue NVIDIA Chipsätze für AMD Prozessoren lassen schon eine Weile auf sich warten. Eigentlich hatte man mit der nForce 7-Serie schon zum Ende letzten Jahres gerechnet, doch wurde man enttäuscht. Die Einsteigermodelle auf Basis des nForce 730a sind seit etwa Februar verfügbar, decken aber eben nur das Einsteigerbereich ab und wurden eher still eingeführt. Seit heute gibt es nun offiziell auch die NVIDIA 750a und 780 Modelle, welche den gehobenen Mainstream und selbstverständlich auch den High-End-Bereich für AMD-Prozessoren abdecken sollen und damit unmittelbar gegen AMDs Chipsätze mit 780 und 790FX antreten.

Warum man so lange warten musste bleibt unbeantwortet. NVIDIA wollte mit den neuen Modellen natürlich auch Dinge wie Triple-SLI oder Hybrid Power als exklusive Features vorstellen und möglicherweise haperte es an gewissen Treiberumsetzungen. Und natürlich, im Vergleich zum Übergang zwischen der 5er und 6er-Serie wollte man nicht nur einen schlichten Aufwasch des altbewährten präsentieren. Möglicherweise spielte auch dieser Faktor mit in die Verzögerungen ein.

De Facto startet der Hersteller heute mit einer komplett überarbeiteten Version. Neben PCI-Express 2.0 und etwa möglichem Triple-SLI, bietet NVIDIA mit dem 780a ebenfalls Hybrid Power (nur unter Windows Vista!). Ein Grundbestandteil der neuen NVIDIA-Gehweise ist eine vorhandene onboard Grafikeinheit, welche im Grundsatz den Betrieb des Systems ohne separate Grafikkarte erlaubt. Wem diese Leistung zu schwach sein sollte, der kann zusätzlich eine separate NVIDIA Grafikkarte verwenden. Nimmt der Andwender hier eine GeForce 8400 GS oder eine 8500 GT, könnte er diese in einem GeForce Boost Modus gemeinsam mit der integrierten Grafiklösung verwenden und dadurch die Leistung beider Grafikeinheiten bündeln.

Gleichzeitig bleibt natürlich die Option das System mit einer schnellen GeForce 9-Karte zu kombinieren. Im Falle der nicht benötigten 3D-Leistung, also beim Surfen beispielsweise, kann Hybrid Power hier immens in den Bereich Leistungsaufnahme einwirken - immer vorausgesetzt, dass Windows Vista als Betriebssystem zum Einsatz kommt. Dann wird lediglich Videoausgabe über den onboard Grafikchip gewählt und die separate Grafikkarte deaktiviert.



Selbstverständlich bietet der 780a-SLI natürlich die Option gleiche GeForce-Karten im SLI-Verbund handhaben zu können, darüber hinaus gibt es natürlich ebenfalls die Option einen Triple-SLI-Mode zu wählen. Dann werden allerdings gewisse Modelle der GeForce 9-Serie vorausgesetzt, die als drei gleiche Karten vorhanden sind.

Die Anbindung erfolgt auf dem 780a dann durch einen zusätzlichen nForce-200-Chip, welcher den primären PEG-16-Slot mit 16 PCI-Express-Lanes ansteuert, den zweiten und dritten mit jeweils acht Leitungen. Der nF200 sitzt dabei mit Anbindung an die Northbridge des Chips als zusätzlicher dritter Chip auf dem Board. Wie dieser dann mit der Northbridge kommuniziert, darüber liegen uns aktuell keine Informationen vor. Ebenfalls ist derzeit noch nicht durch NVIDIAs Dokumente belegt, ob der Chip gleichzeitig auch bei zweifacher Grafikkartenbelegung beide mit jeweils 16 Leitungen anspricht. Wir gehen aber davon aus, dass dies so sein wird.

Die Southbridge des Systems stellt 12 USB 2.0 Schnittstellen zur Verfügung, ebenfalls High Definition Audio (HDA) und fünf PCI-Slots. Letzteres dürfte in der Praxis kaum zum Einsatz kommen - allenfalls mit zwei PCI-Slots dürfte man auf aktuellen nForce 7-Boards kalkulieren dürfen, solange sie SLI bieten. Sechs SATA II Schnittstellen und eine IDE-Schnittstelle kann der Chipsatz dazu handhaben.

Deutlich beliebter als der High-End-Vertreter 780a könnte der 750a-SLI werden. Wie der Name schon verrät, unterstützt er ebenfalls SLI-Support, daneben halt eben kein Triple-SLI. Dennoch sollte er alle neuen NVIDIA Optionen ebenfalls vereinen.



Laut Blockschaltbild verzichtet der 750a allerdings über einen zweiten Chip und die MCP (Northbridge) des Chipsatzes kann zwei PEG-Steckplätze mit jeweils acht Leitungen versorgen. Zusätzlich stehen noch zwei einzelne PCI-Express-Steckplätze zur Verfügung. Wie auch beim 780a kommt neben 12 USB-Ports und sechs SATA II-Schnittstellen auch ein Gigabyte Ethernet Controller zum Einsatz. Auf den Overkill von zwei 1Gbit LAN-Schnittstellen, wie bei früheren nForce-Chipsätzen verzichtet der Herstelller also ab sofort.

Trotz all der neuen Optionen bleibt deutlich hervorzuheben, dass es bei 780a und 750a hauptsächlich nur bei Vorteilen im Bereich von SLI oder gar Triple-SLI bleibt. Schiebt man diese beiden Optionen nun erst einmal beiseite, sollte der Mainstream-Chip in Form des nForce 730a - auch wenn nicht mit großem TamTam angekündigt, möglicherweise der Chipsatz sein, welchenr die meisten Anwender interessieren könnte. Denn auch dort findet sich - wie NVIDIA dies angekündigt hatte - ebenfalls eine integrierte Grafiklösung onboard und damit lassen sich Dinge wie Hybrid Power und Hybrid SLI natürlich auch dort (immer Windows Vista vorausgesetzt) realisieren.



Allerdings bietet NVIDIA dann dort nur noch 16 Leitungen für einen PCI-Express X16-Steckplatz und drei zusätzliche Leitungen für PCIe x1-Plätze. GbE, HDA, 12 USB-Ports oder eben sechs SATA II-Schnittstellen bleiben dennoch erhalten. Trotz all dieser Vielfalt bleiben die Listungen für nForce 730a-Platinen aktuell moderat:
ca. 62 Euro
muss man über die Ladentheke schieben um Besitzer eines solchen Boards zu werden. Der günstige Preis mag uns aber erst einmal nicht verwundern, ist der 730a doch schon heimlich im Februar eingeführt worden.

Der aktuell vorgestellte nForce 750a wird derzeit ab runden 100 Euro gelistet, der nForce 780a startet zur Zeit bei ca. 167 Euro. In allen drei Fällen des NVIDIA-Trios werden natürlich die aktuellen AM2 und AM2+-Prozessoren unterstützt, wobei dies Taktraten-abhängig sein könnte und damit natürlich auch vom Mainbaord-Hersteller. Um die Problematik der Spannungsversorgung kommt natürlich auch NVIDIA als Chipsatz-Hersteller aktuell nicht herum.
[pg]

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