Seit drei Monaten verhandelte Microsoft mit Yahoo um dessen Übernahme, doch es blieb ohne Erfolg. Zunächst machte man ein 45 Milliarden US-Dollar schweres
Angebot, doch dieses war für Yahoo nicht
hoch genug. Nach einigem
Diskussionen drohte man mit einer feindlichen Übernahme, sollte man nicht innerhalb
einer Frist von drei Wochen für das Angebot entscheiden. Doch auch diese Frist blieb
ergebnislos. Jetzt zieht sich Microsoft endgültig aus den Verhandlungen zurück.
Nachdem die Frist am 27. April abgelaufen war, lag es bei Microsoft sich zu entscheiden, wie man weiter vorgehen muss. Dabei musste Microsoft gleich an zwei Fronten verhandeln. Denn auch innerhalb des Konzerns wurden Stimmen lauter, welche sich gegen eine Übernahme von Yahoo aussprachen. Doch Steve Balmer setzte sich durch und machte sogar noch vor wenigen Tagen ein fünf Milliarden US-Dollar höheres Angebot, doch auch das konnte Yahoo-Chef Jerry Yang nicht überzeugen. Aus dieser Absage zieht Microsoft nun die Konsequenzen und bricht die Verhandlungen in einem
offenen Brief ab. Aber auch eine feindliche Übernahme wird ausgeschlossen, da man sich auch im Hinblick auf die eigenen Aktionäre rücksichtsvoll verhalten wolle. Zudem wäre eine feindliche Übernahme ein ziemlich steiniger und langer Weg, besonders weil Yahoo angedroht hatte, im Falle einer feindlichen Übernahme Schritte zu machen, die den Konzern für Microsoft unattraktiv machen würden.
Bei Microsoft gibt man sich betont enttäuscht nach den gescheiterten Verhandlungen. Gerne hätte man Yahoo mit im Boot gehabt um so mehr Druck auf den Rivalen Google auszuüben, der nicht nur führender im Online-Werbemarkt ist, sondern auch Platz Eins bei den Suchmaschinen inne hat. Um so schärfer kritisierte man deshalb nochmals, die getestete Allianz zwischen Yahoo und Google im Bereich der Suchanzeigen.
Trotz der gescheiterten Übernahme betont Microsoft, dass man seine Ziele planmäßig erreichen werde. Man hatte Yahoo nur in Auge gefasst, weil es die Strategie beschleunigt hätte. Außerdem sieht Microsoft die Übernahme immer noch als förderlich für den Markt an, wo man dem Branchenprimus Google unbedingt mehr Druck machen müsste.
[dk]