Der Prozessor-Experte AMD hat sein Zwischenergebnis für das erste Quartal 2008 bekannt gegeben und blickt bei sinkenden Verlusten auf deutliche Umsatzsteigerungen. Das Unternehmen hat demnach seinen Nettoverlust von 611 Millionen US-Dollar auf 358 Millionen US-Dollar reduzieren können. Gleichzeitig wuchs der Umsatz gegenüber dem Vorjahr von 1,23 Milliarden US-Dollar um 22 Prozent auf 1,5 Milliarden US-Dollar. Als Umsatztreiber erwiesen sich dabei sowohl der Prozessor- und Chipsatz-Bereich mit einem Plus von 30 Prozent und der Grafikbereich mit 15 Prozent Zuwachs gegenüber den Vorjahr. Die steigenden Verkaufszahlen der CPUs wirkten sich bei AMD jedoch noch nicht auf den durchschnittlichen Verkaufspreis aus, der sich weiterhin auf dem bisherigen Niveau bewegt.
Interessant ist die Entwicklung der Bruttomarge, die im Vergleich zum vierten Quartal leicht von 44 auf 42 Prozent gefallen ist und von AMD durch die gesunkenen Lieferzahlen von Prozessoren begründet wird. Gegenüber dem ersten Quartal 2007 mit einer Marge von 28 Prozent zeigte sich man sich allerdings noch immer auf relativ hohem Niveau. Im Vergleich zu vierten Quartal fiel der Umsatz um 15 Prozent, was AMD auf eine durch die Kreditkrise bedingte geringere Nachfrage als erwartet zurückführt.
Für das zweite Quartal rechnet AMD mit saisonal bedingten Rückgängen im Umsatz und weiteren Kosten durch Restrukturierung von ATI. Im zweiten Halbjahr wolle man jedoch wieder positive operative Ergebnisse einfahren. Diese lagen im ersten Quartal bei einem operativen Verlust von 264 Millionen US-Dollar gegenüber 504 Millionen US-Dollar in Q1 2007 und 1,678 Milliarden US-Dollar im vierten Quartal.
Gespannt sein darf man damit, ob die
AMD-Roadmap für das Jahr 2008 mit Spider, Cartwheel und Perseus die Erwartungen erfüllt, um sich auf dem Markt gegenüber Intel zu behaupten. Dort sitzt der Konkurrent besonders mit seinen starken Prozessoren im Nacken, die bereits eine vollständige Fertigungs-Stufe voraus sind. Fraglich ist außerdem, welche Rolle in Zukunft der Bereich für Mobile-Devices angefangen bei Mini-Notebooks bis hin zu Ultra-Mobile-PCs und Handhelds spielen wird. Dort scheint AMD bisher noch nicht aktiv zu entwickeln, sodass das Unternehmen hier im schlimmsten Fall weiter ins Hintertreffen geraten könnte.
Zunächst will man sich wohl deutlich auf seine Kernkompetenz konzentrieren und versuchen die besten Synergien aus AMD-ATI zu erreichen. Das Ergebnis dürfte ein Paket aus Prozessor, Chipsatz und Grafikkarte werden, dass mit einem durchdachten Gesamtkonzept in Zukunft noch bessere Chancen am Markt haben dürfte.
[rl]