In Zukunft sollen Akkus aufgrund eines neuen chemischen Stoffes nicht mehr in Flammen aufgehen können. Gefährliche Situationen durch brennende oder explodierende Akkus dürften damit schon bald der Vergangenheit angehören. Erst im letzten Jahr waren fast alle namhaften Hersteller wie Dell, Apple oder Toshiba wegen
fehlerhafter Akkus von Sony gezwungen, hunderttausende Energiespeicher zurückzurufen.
Abhilfe verschafft womöglich ein bestimmtes Polymer aus der Stoffgruppe der Organically Modified Ceramics (Ormocere), bei denen es sich um ein Gerüst Silizium-Sauerstoffketten handelt, an dem organische Verbindungen hängen. Im Gegensatz zum bisher eingesetzten Material ist das neue Polymer nicht brennbar und kann wegen seiner festen Substanz auch nicht auslaufen.
Gerade diese Vorteile hatten es den Forschern am Fraunhofer Institut für Silicatforschung in Würzburg aber so schwer gemacht. So muss das Material ja die Lithiumionen gut leiten, damit die Geräte mit Strom versorgt werden können, was bei festen Stoffen jedoch selten der Fall ist.
In spätestens fünf Jahren soll der Prototyp, der ab 21. April auf der Hannover Messe präsentiert wird, auf dem Markt erhältlich sein. Dann erwarten die Forscher sogar, dass er nicht nur in Mobiltelefonen, PDAs und Laptops zum Einsatz kommt, sondern in Verbindung mit Kondensatoren auch die traditionelle Bleibatterie im Auto ablöst. Auch bei der Kapazität soll sich das neue Polymer problemlos messen können.
[rl]