Die anhaltend schwachen Preise im
Speichermarkt fordern ihr erstes Opfer. Während nahezu alle Hersteller von DRAMs derzeit hohe Verluste in den Bilanzen zu verbuchen haben, steigt das taiwanische Unternehmen TwinMOS nun aus der Herstellung von Speicherchips aus, das melden die fürgewöhnlich gut informierten
Digitimes.
Den berichten zufolge habe TwinMOS nach vergeblicher Suche die Hoffnung auf eine Übernahme des Geschäfts durch einen Mitbewerber aufgegeben. Auch Umstrukturierungen seienn nicht zielführend gewesen, so dass der Geschäftsbereich nun zum 15. April 2008 geschlossen wird. Die betroffenen Mitarbeiter seien zum großen Teil bereits zu anderen Firmen, hauptsächlich zum NAND-Flash Hersteller Silicon-Power Computer, gewechselt. TwinMOS selbst äußerte sich bislang nicht, so dass auch über Auswirkungen auf die anderen Produktgruppen des Unternehmens nichts bekannt ist.
Bei anhaltend schlechter Ertragslage der Speicherindustrie ist noch mit weiteren Opfern zu rechnen. Schwer
angeschlagen ist beispielsweise auch der deutsche Marktteilnehmer Qimonda, dessen Überleben nach
Bloomberg-Angaben vorerst durch einen Verkauf von Tafelsilber gerettet werden soll. So sei Nanya bereit 1 Milliarde US-$ für Qimondas 35,4%-Anteil am Gemeinschaftsunternehmen Inotera zu bezahlen. Dies käme auch der gewünschten Entflechtung der lange Jahre in Entwicklungspartnerschaften vereinten beiden Unternehmen zugute, nachdem Nanya im März bekanntgegeben hatte, DRAMs in Zukunft gemeinsam mit Micron statt Qimonda zu entwickeln.
[tm]