Das kalifornische Gericht in San Diego sah es als erwiesen an, dass Microsoft gegen zwei Patente des Unternehmens Alcatel-Lucent verstoßen hat und verurteilte die Redmonder zu einem Schadensersatz von 367,4 Millionen US-Dollar. Gleichzeitig versagte das Gericht die Verletzung eines dritten Patents von Alcatel-Lucent gegen welches Microsoft laut der Klageschrift auch verstoßen haben sollte.
Das Urteil ist verhältnismäßig milde ausgefallen, denn Alcatel-Lucent hatte Schadensersatz in Höhe von 1,75 Milliarden US-Dollar gefordert. Microsoft sollte nach Auffassung von Alcatel-Lucent mit ihren Produkten zur Erkennung der Handschrift bei Microsofts Tablett-PCs, der Kalenderverwaltung bei Outlook und Windows Mobile und zum Abspielen von DVDs gegen Patente verstoßen haben. Das Gericht sah aber nur die ersten beiden Patente als verletzt an.
Dennoch ist Alcatel-Lucent mittlerweile ein Angstgegner vor Gericht, denn vor etwa einem Jahr war Microsoft schon einmal auf 1,5 Milliarden US-Dollar Schadensersatz verurteilt worden, weil man angeblich gegen Patente von Alcatel-Lucent verstoßen hatte. Damals war Microsoft in Berufung gegangen und hatte den Folgeprozess gewonnen, woraufhin wiederum Alcatel-Lucent in Berufung ging. Diese Entscheidung steht noch aus.
Gegen das neuste Urteil will Microsoft auch wieder in Berufung gehen, da man es nicht durch Fakten als bewiesen ansieht, dass Microsoft wirklich gegen Patente verstoßen hat. So teilte es der Microsoft-Anwalt Tom Burt
Bloomberg mit. Damit geht auch dieser Rechtsstreit zwischen Alcatel-Lucent und Microsoft in die nächste Runde. Doch egal wie dieser ausgeht, Microsoft kämpft zur Zeit an allen Fronten, sei es mit
Image-Problemen, mit
Übernahmen oder mit
weiteren Klagen. Zumindest einen Vorteil hat es, die Redmonder stehen häufig in den Schlagzeilen.
[dk]