Erst vor wenigen Tagen gab es
Berichte zu angeblich höheren Ausfallraten von Flashspeicher basierenden SolidStateDisks im Notebooksegment. Die Notebook-Rückläufer bei einem Hersteller lägen dabei zwischen 20 und 30 % auf Grund von Problemen bei den eingesetzten SSDs. Unter anderem wurde dabei auch berichtet, dass SLC-basierende SSDs von diesen Ausfällen betroffen sei. Die deutsche Generalvertretung der Firma MTRON, einem führende Hersteller von SLC-basierenden SSDs, hat sich mit uns in Verbindung gesetzt und Stellung zu etwaigen Ausfällen bezogen.
Dabei erklärte uns Harald Borutta von
WINKOM, dass in aktuellen Notebooks mit SSD-Laufwerken, sei es nun bei Dell oder bei Lenovo, ausschließlich die günstigeren MLC-basierenden (Multi-Level-Cell) Laufwerke zum Einsatz kämen, nicht aber die hochwertigen SLC-SSDs (Single-Level-Cell). Fehler- und Ausfallraten, Lebenserwartung und auch die Performance dieser MLC-Laufwerke seien eben mit der Grund, warum MTRON bislang ausschließlich auf SLC-Varianten gesetzt habe.
Die Lebenserwartung dieser SLC-Versionen liege, mathematisch errechnet, bei einer Schreibleistung von 2,5 Millionen GByte. Bei 50 GByte Daten, welche täglich auf eine solche SSD geschrieben würden, läge die Lebenserwartung damit bei über 140 Jahren. Mit ermöglicht wird diese Leistung durch die zum Einsatz kommende Technik des dynamisch-statischen
wear-leveling. Dieses Verfahren prüft ständig die Leistung der einzelnen Zellen. schwächelnde oder ausgefallene Zellen werden dabei ausgesondert. MTRON sei bei ihren im deutschsprachigen Raum ausgelieferten SSDs bislang noch kein einziger Ausfall gemeldet worden und die Laufwerke würden unter anderem im militärischen Umfeld, aber auch in Black-Boxes von Flugschreibern eingesetzt werden - regelmäßig also hohen Belastungen ausgesetzt.
MTRON teilte weiterhin mit, dass man die Massenproduktion von MLC-basierenden SSDs hinsichtlich der Qualitätssicherung bereits mehrfach verschoben habe und nun erst damit beginnen wollte, insbesondere auch, nachdem man nun auch die bislang langsamen Transferraten ausgleichen könne.
Im Grunde müssen wir aus dieser Stellungnahme die Erkenntnis ableiten, dass offenbar die falsche Wahl der SSDs in Notebooks zu den vermeldeten Ausfallraten geführt hat. Insbesondere die Hinweise auf Performance-Probleme deuten auf MLC-basierende SSDs hin.
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