Jugendliche im Alter zwischen 13 und 18 Jahren sind ungefähr 20 Stunden in der Woche im Internet, dies ergab eine Studie angeregt durch die britische Regierung. Viel beunruhigend ist aber, dass viele Kinder unter 13 Jahren dabei unbeaufsichtigt sind. Dies schürt wieder Diskussion zur stärkeren Kontrolle der Web-Inhalte und Sicherheitsmaßnahmen.
Das Internet hat nach den Ergebnissen des
Institute of Public Policy Research (ippr) damit den ersten Platz in der Unterhaltungselektronik und Freizeitbeschäftigung eingenommen und den Fernseher auf den zweiten Platz verdrängt. Dabei stehen vor allem soziale Netzwerke wie Myspace oder Facebook und Videoportale wie Youtube oder MyVideo im Hauptaugenmerk der Kinder.
Doch das Problem liegt nicht am Konsum des Internets, sondern an der Art und Weise. Die meisten Eltern sind nicht in der Lage zu kontrollieren, wann und auf welche Web-Inhalte ihre Kinder zugreifen. Dies liegt einmal daran, dass die meisten Eltern nicht das Verständnis haben, welches die Kinder und Jugendlichen vorweisen können und hier sehr häufig sogar auf die Hilfe ihre Kinder angewiesen sind. Ein weiteres Problem ist, dass zum Beispiel rund 80 Prozent zwischen 5- und 15-jährigen zu Hause einen freien Internetzugang haben. Die Aufsicht ist auch deswegen gefährdet weil viele Kinder Nachts oder wenn ihre Eltern nicht zu Hause sind auf das Internet zu greifen. Rund 40 Prozent der 8- bis 11-jährigen und gut 71 Prozent der 12- bis 15-jährigen sind beim Surfen im Internet ohne Aufsicht.
Ein weiteres Problem besteht darin, dass viele Jugendliche Sicherheitsmaßnahmen umgehen können. So wird sich am Schulcomputer zum Beispiel als Administrator angemeldet. Dieser Trick hilft auch um Kindersicherungen am heimischen Computer zu umgehen und in sozialen Netzwerken geben die Jugendlichen und Kinder ein falsches Alter an um so den Zugriff auf alle Inhalte zu haben. Dies führt dann auch zu den erschreckenden Ergebnissen, dass rund 57 Prozent der befragten Kinder und Jugendlichen bereits auf Internetseiten mit pornographischen Inhalt waren und knapp 25 Prozent bekommen auch entsprechende E-Mails. Doch auch in Chats auf Community-Seiten sind die Kinder schon lange nicht mehr gefahrlos unterwegs. Immer häufiger finden sich Chatter, welche die Kinder mit sexuellen Angeboten und Äußerungen bedrohe.
Den Ergebnissen entsprechenden bemängelt die Studie des ippr vor allem, dass es keinen wirkliche Kontrolle in Form staatlicher Stellen oder der Gleichen gibt. Die generell geltenden staatlichen Gesetze sind zudem nicht ausreichend und habe keine Wirkung auf die weltweiten Web-Inhalte. So fordert der ippr in seiner Studie die Regierung, die Internet-Unternehmen und auch die Betreiber von Seiten wie Youtube oder Myspace auf mehr für den Jugendschutz zu tun. Betreiber von Internetseiten sollten gemeinsame Richtlinien erarbeiten und diese allgemein auch einhalten um vor allem das Alter aber auch die Inhalte zu kontrollieren. Aber auch die Effektivität von Initiativen zum Schutz vor schädlichen Inhalt müsse von einer Behörde und auch den Internet-Anbietern regelmäßig geprüft werden. Letztlich sind vor allem auch die Regierungen angesprochen sich um eine bessere Aufklärung der Eltern zu kümmern, so dass diese nicht mehr von ihren Kindern im Umgang mit dem Internet abhängig sind.
Diese Maßnahmen erscheinen angesichts der Ergebnisse der Studie sicherlich notwendig, doch stellt sich wie immer die Frage der Durchsetzbarkeit und des Nutzens. Betreiber von Internetseiten leben von der Anzahl ihrer täglichen Zugriffe, so dass freiwillige Beschränkungen nicht wirklich in ihrem Interesse liegen. Ein wesentlich verschärfter Zugriff auf eine Seite würde zudem nicht unbedingt den erwünschten Effekt haben, sondern vielleicht auch nur ein Ausweichen auf andere Seiten, welche sich nicht an die Maßnahmen halten, zur Folge haben. Initiativen zum Schutz vor schädlichen Inhalt können hilfreich sein, doch muss diese auch jemand wahrnehmen. Hier ist vor allem die Aufklärung der Eltern geboten, die im Gegensatz zu ihren Kindern nicht mit dem neuen Medium Internet aufgewachsen sind. Ferner stellt sich die Frage, wie man die Eltern erreicht. Die wenigsten wissen um die Gefahren, was die steigende Anzahl der Internet-Betrugsopfer schon zeigt. Dementsprechenden rechnen die wenigsten auch damit, dass gerade die Kinder zu Hause anderen Gefahren des Internets ausgesetzt sind.
[dk]