NVIDIA möchte die CUDA-Technologe in Zukunft stärker im Konsumentenmarkt nutzen. Vor über einem Jahr stellten sie mit
CUDA (Compute Unified Device Architecture) eine Entwicklungsumgebung vor, mit welcher in der Programmiersprache C geschriebene Programme auf GPUs ausgeführt werden können. Der Vorteil lag auf der Hand: im Gegensatz zu den Hauptprozessoren (CPU) hatten sich die Grafikprozessoren (GPU) sehr viel schneller weiter entwickelt und weisen durch ihre hohe Parallelisierung und Komplexität eine sehr große Rechenleistung auf. CUDA sollte einfache PCs in "Supercomputer" verwandeln, die sehr viel schneller als mit herkömmlichen CPUs technische und physikalische Simulationen durchführen können.
Es war naheliegend, dass eine solche Technologie auch für physikalische Berechnungen in Spielen benutzt werden kann. Dies manifestierte sich letztendlich in der
Übernahme des Halbleiterherstellers Ageia, welcher für die Entwicklung des PhysX-Prozessors bekannt wurde. Aus dieser Übernahme kann NVIDIA jetzt natürlich Kapital schlagen und das erworbene Know-How und erweiterte physikalische Berechnungen in Zukunft als Merkmal seiner Grafikkarten anbieten. Aber dies soll noch lange nicht alles gewesen sein: wie NVIDIA auf der CeBIT uns mitteilte, soll CUDA auch für andere Bereiche genutzt werden. So sei man mit verschiedenen Anti-Virus-Softwareherstellern im Gespräch, um dahingehende Applikationen über CUDA ausführen zu lassen. Welche dies genau seien, wollte man uns aber nicht verraten.
Insgesamt strebt NVIDIA eine Strategie des "ausgeglichenen PCs" an. Nach dieser Vorstellung seien anstatt Vier-Kern-CPU und Grafikkarte für den Nutzer Zwei-Kern-CPUs und dafür leistungsstärkere Grafikkarten idealer. Ob sich diese Strategie auf dem Markt bei den Konsumenten durchsetzen kann, wird sich zeigen. Schliesslich ist zumindest bei modernen Spielen zur Zeit die Grafikkarte eher am Limit als die CPU. Es ist aber sicher nicht verkehrt, Aufgaben an GPUs auszulagern, wenn sie von diesen effizienter berechnet werden können als von der CPU. Denn 3D-Spiele sind ja nicht das Einzige, was man am PC tun kann.
CUDA-Programme können auf Geforce- und Quadrografikkarten mit G8x und G9x-GPUs, sowie auf den Produkten der Tesla-Reihe ausgeführt werden. Letztere stellen reine High-Performance-Computinglösungen dar, in Form von Erweiterungskarten bis hin zu einem Server mit 8 GPUs.