Neue Phenom-Prozessoren mit drei Kernen sollen erstmals Anfang März auf der CeBIT vorgestellt werden, während AMD gleichzeitig die Einführung schnellere Quad-Core-CPUs auf Basis des überarbeiteteten B3-Stepppings nach hinten verschiebt. So stehen zum Ende des ersten Quartals der Phenom 8400 und 8600 mit drei Kernen und der stromsparende Phenom 9100e mit vier Kernen auf dem Plan, die mit maximal 2,3 GHz Takt antreten. Schnellere Prozessoren ab 2,4 GHz wie der Phenom 8750 oder der Phenom 9900 und 9700 wurden ins zweite Quartal
verschoben und sind laut
HKEPC wohl nicht vor Mai zu erwarten.
Im zweiten Quartal sollen dann schließlich drei neue Triple-Cores erscheinen, deren Modell-Nummer die berüchtigte Fünf an der dritten Stelle tragen wird, um auf das B3-Stepping hinzuweisen. Ein Phenom 8750 mit 2,4 GHz kommt dann gemeinsam mit dem Phenom 8650 mit 2,3 GHz und 8450 mit 2,1 GHz in den Handel und ersetzt die fehlerhaften Modelle mit TLB-Bug.
Der AMD Phenom 9700 und 9900 werden zunächst aufgrund der Kundennachfrage hinter den Drei-Kern-Prozozessoren zurückgestellt und erscheinen nun frühestens im zweiten Quartal 2008 — dann allerdings gleich unter den neuen Namen 9950 und 9750. Ihre Taktraten liegen hier bei 2,6 und 2,4 GHz bei einer Thermal Design Power jenseits der 100 Watt und schließen erstmals die Lücke zu den höheren Performance-Bereichen.
Grund für diese nachteilige Planänderung ist wohl immer noch der TLB-Bug, der AMD viele kritische Stimme in der Öffentlichkeit gekostet hat. Zwar scheint sich mit der Zeit herauszustellen, dass dieser Fehler weit geringere Auswirkungen auf den Anwender hat als zu Beginn angenommen, was AMD wohl dazu ermutigt, CPUs trotz Fehler auf den Markt bringen, doch ist es für diese Erkenntnis wohl bereits zu spät. Der unschöne Beigeschmack beim Kunden bleibt.
Zweites Problem scheint noch immer der 65-nm-Fertigungsprozess zu sein, der es AMD noch nicht erlaubt, in höhere Frequenzbereiche vorzustoßen. Ein Phenom 9950 mit 2,6 GHz, der erst zum Ende des ersten Halbjahres erscheint, hat kaum noch eine Chance sich gegen Intel durchzusetzen, die zur Zeit scheinbar problemlos CPUs beliebiger Geschwindigkeit auf den Markt werfen können.
Hinzu dürfte kommen, dass viele Anwender, die vielleicht einen AMD-Prozessor kaufen wollten, auf die fehlerbereinigten Modelle warten und sich vorerst in Zurückhaltung üben. Das schlägt sich zwangsläufig auf das mögliche Ergebnis vom AND nieder, die bei der aktuellen Situation eigentlich jeden verkauften Prozessor gebrauchen können, um ihr Ziel zu erreichen, möglichst schnell wieder schwarze Zahlen zu schreiben.