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 AMD arbeitet sich schrittweise in die schwarzen Zahlen

Wirtschaft | 18.01.2008, 17:34
Der Prozessorexperte aus Sunnyvale konnte im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2007 wieder Mut auf bessere Aussichten machen. Obgleich das Unternehmen einen Nettoverlust von 1,77 Milliarden US-Dollar ausweisen musste, ist ein Weg der Besserung erkennbar. So blieb der Umsatz im vierten Quartal auf Vorjahresniveau bei gleichzeitig 8 Prozent höheren Bruttomargen von nunmehr 44 Prozent. Zieht man vom Nettoverlust jedoch noch die Sonderausgaben durch die ATI-Übernahme ab, die sowohl eine neue Bewertung von immateriellen Vermögensgegenständen wie zum Beispiel Lizenzen oder Patenten oder Restrukturierungskosten beeinhalten, ergibt sich ein operativer Verlust (non-GAAP) von nur noch 9 Millionen US-Dollar.

Das operative Ergebnis beschreibt dabei die Zahlen, die sich aus dem Kerngeschäft mit Prozessoren und Grafikkarten ergeben und blendet finanzielle Transfers aus. Damit will AMD die grundsätzliche Entwicklung des Unternehmens hervorheben, ohne die Zahlen etwa durch einmalige Investitionen wie etwa Übernahmekosten zu verwässern. Verglichen mit dem Quartal des Vorjahres von 22 Millionen US-Dollar Verlust liegt AMD hier zwar immer noch deutlich im schmerzhaften Bereich, doch kann man am Vergleich mit dem dritten Quartal, das einen operativen Verlust von 148 Millionen US-Dollar verursachte schon positive Tendenzen erkennen. Berücksichtigt werden muss an diesen Ergebnissen natürlich das traditionell starke vierte Quartal, während Q1 2008 im Vergleich wieder schlechter abschneiden dürfte.

Im Kerngeschäft Computing Solutions, das die Prozessoren für PC, Notebooks und Server enthält, erreichte AMD einen Umsatz von 4,7 Milliarden US-Dollar, was einen Rückgang von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr mit 5,67 Milliarden US-Dollar entspricht. Parallel dazu schrumpften die 680 Millionen US-Dollar operativer Gewinn 2006 zu einem Verlust von 670 Millionen US-Dollar.

Den Umsatzverlust konnte AMD teilweise mit einem deutlichen Zuwachs im Geschäft mit Grafikkarten ausgleichen, der von 166 Millionen auf 903 Millionen US-Dollar wuchs. Die zahlen können allerdings nur bedingt verglichen werden, weil ATI erst im Oktober 2006 vollständig ins Unternehmen integriert wurde.

Ebenfalls zulegen konnte der Bereich Consumer Electronics von 120 auf 407 Millionen US-Dollar, der AMD allerdings dieses Jahr ebenfalls einen operativen Verlust von 17 Millione US-Dollar bescherte.

Insgesamt ergibt sich damit für das Gesamtjahr ein vorläufiges Ergebnis mit 6,01 Milliarden US-Dollar Umsatz (+6 %) und 2,865 Milliarden US-Dollar operativer Verlust (3,379 Mrd. Nettoverlust). Die Bruttomarge für 2007 befand sich bei nur 38 Prozent und lässt deutlich Raum nach oben. 2008 will AMD erstmals wieder schwarze Zahlen schreiben. Vorteilhaft könnten sich die abgeschrieben Investitionen in ATI auswirken, einhergehend mit wieder steigenden Bruttomargen.

Dennoch blieb AMD mit seinem Wachstum im Vergleich zum gesamten PC-Markt, der in 2006 nach letzten Statistiken um 13,1 Prozent zulegen konnte, deutlich hinter den eigenen Möglichkeiten zurück. Hoffnung bringt die Einführung weiterer Quad-Core-Prozessoren und der Anschluss an NVIDIA im Grafikkarten-Segment.
[rl]

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