AMDs neuester High-End-Grafikspross, der
Radeon HD 2900 XT Grafikchip, erleidet nach den mehrmonatigen Verzögerungen erneut einen Rückschlag. So
berichtet DailyTech, dass es diversen Hardwaretestern nicht gelang die neuartige Videobeschleunigung Avivo HD zu aktivieren. Avivo HD soll nach Angaben von AMD sämtliche Schritte der Videodarstellung, angefangen von der Entropiedekodierung über die Frequenztransformation, Interpolation bis hin zum Deblocking durch eine eigene, Universal Video Decoder (UVD) genannte Einheit im Grafikchip berechnen.
Bei NVIDIAs PureVideo-Technologie und der Vorgängertechnik Avivo (ohne HD) wird teilweise der CPU die Arbeit überlassen. Die Tester stellten nun bei der Wiedergabe von High-Definition-Videos auf der Radeon HD 2900 XT relativ hohe Prozessorbelastungen fest. Auf Nachfrage teilte AMD nun mit, dass es Probleme mit der UVD-Einheit gibt und diese per Treiber deaktiviert wurde. AMD will zukünftig als eine Art Workaround die Videobeschleunigung bei dem High-End-Chip über Shader realisieren. Eigentlich wird
Avivo HD extra damit beworben, dass es sich um extra Schaltkreise handelt, welche die 3D-Einheiten nicht belasten und somit geringere Stromverbräuche ermöglicht.
Die Mainstream-Grafikchips Radeon HD 2600 und 2400 sollen hingegen nicht von dem Fehler betroffen sein. Damit wandelt AMD ironischerweise auf den Spuren des Konkurrenten NVIDIA, denn die Videobeschleunigungseinheit der GeForce 6800 GPUs war ebenfalls defekt, während die günstigeren GeForce-6-Modelle einwandfrei funktionierten.
Update:
Der Artikel von
DailyTech ist von uns etwas missverständlich interpretiert worden. Demnach ist die UVD-Einheit in der Radeon HD 2900 XT (R600) nicht wie geschrieben defekt, sondern überhaupt nicht vorhanden. Lediglich die HD-2600er und HD-2400er Grafikprozessoren sollen über diese Schaltkreise verfügen, so dass die Videobeschleunigung ohne Nutzung der 3D-Einheiten möglich ist. Fakt ist jedoch, dass derzeit mit der HD 2900 XT keine Videobeschleunigung möglich ist und diese erst in einer kommenden Treiberversion aktiviert wird. Die Umsetzung über die Grafikshader beim R600 scheint demnach von Anfang so geplant gewesen zu sein.