Mit der
Aufsplittung des Computer-Unternehmens Asustek in drei kleinere Unternehmen wird das chinesische Unternehmen Foxconn weltweit größter Hersteller von Mainboards. Nachdem Asustek 2007 rund 59 Millionen Motherboards produziert hat, von denen circa 13 Millionen unter dem eigenen Namen vertrieben wurden, erreichte Foxconn eine Stückzahl von 45 Millionen Einheiten. Der bisher weltweit zweitgrößte Hersteller liegt damit zunächst knapp hinter dem neu gebildeten Unternehmen Pegatron, das sich als ODM mit der Auftragsfertigung für andere Unternehmen befasst und Stückzahlen von circa 46 Millionen Einheiten erreichen dürfte. Das zweite Unternehmen Unihan soll primär Baugruppen, Gehäuse und Non-PC-Hardware herstellen, während Asustek sich ausschließlich auf seine Marke ASUS konzentriert.
Gerüchte
vermuteten gar, dass Foxconn sogar als Auftragshersteller die Mainboard-Produktion für Asustek übernehmen könnte, während Quanta die ASUS-Notebooks herstellen würde. Asustek fiel unter diesem Umstand vollständig als eigener Hersteller aus dem Rennen. Schon vorher habe man zu Stoßzeiten jedes dritte Mainboard bei Fremdunternehmen in Auftrag gegeben.
Ein Grund für die Aufspaltung der taiwanischen Asustek könnte die angestrebte Expansion in China sein. Dort existieren jedoch Limitierungen für ausländische Unternehmen, die nur 40 Prozent ihres Firmenwertes dort positionieren dürfen. Über kleinere Unternehmen ließe sich diese Hürde teilweise umschiffen, wie Acer in der Vergangenheit bereits demonstriert hat.
Für die Kundschaft von Asustek sollte sich durch die neue Firmenstruktur wenig ändern, da die Kernmarke ASUS weiterhin im Hause verbleibt. Geschäftsphilosophie und Qualitätsmanagement dürften sich dadurch also kaum spürbar in die eine oder andere Richtung verschieben.
[rl]